Kompetent in die Zukunft
Vor einem Jahr hatte sich die Schülerin Leah Bauer noch nicht viele Gedanken über den Klimawandel gemacht. Das hat sich inzwischen geändert.
Innsbruck –Als an ihrer Schule das Projekt „kidZ21“ – Kompetent in die Zukunft – zum Thema Klimawandel in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geographie der Uni Innsbruck startete, konnte sich die 14-jährige Leah Bauer nicht viel darunter vorstellen. „Wozu soll dieses Projekt gut sein, und kann es in den Köpfen der Schüler wirklich eine Änderung bewirken?“, fragte sich die Schülerin des Karl-von-Closen-Gymnasiums Eggenfelden in Deutschland.
Ziel war, Heranwachsenden Ursachen und Folgen des Klimawandels näherzubringen und Handlungskompetenz zu fördern. Leah und ihre Mitschüler hatten die Möglichkeit, in Workshops mit Experten wie etwa der Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb über Thesen zum Klimawandel zu diskutieren.
Highlight des Projekts war die Klassenfahrt nach Obergurgl im Ötztal. „In der Projektwoche betrachteten wir die Vegetation auf verschiedenen Höhenstufen, beschäftigten uns mit umweltethischen Fragen und interviewten Touristen über die Klimafreundlichkeit ihrer Anreise“, schreibt Leah, Mitautorin dieses Artikels. „Außerdem beschäftigten wir uns mit den Auswirkungen auf die Wald- und Baumgrenze, die sich in den letzten Jahrzehnten geändert hat.“ Der Klimawandel ist im Gebirge sicht- und spürbar.
Absoluter Höhepunkt der Exkursion war die Wanderung auf den Gaisbergferner: „Oben auf dem Gletscher ist es so schön!“, meinte eine gute Freundin von Leah. „Etwas dergleichen habe ich noch nie zuvor gesehen!“ Eine Lehrkraft, die bereits seit drei Jahren mit nach Obergurgl fährt, fand es dagegen erschreckend, wie stark der Gletscher in dieser kurzen Zeit zurückgegangen sei.
Am Ende der Reise hat sich die 14-Jährige noch die Frage gestellt, ob dieses Projekt bei manchen Schülern nachhaltig Wirkung zeigt. Eine Antwort hat sie sich bei den Schülern der 11. Klasse geholt, welche als „Ursprungsklasse“ vor drei Jahren als erster Jahrgang am Projekt teilgenommen haben. „Ich fahre seitdem jeden Tag mit dem Rad zur Schule“, „ich habe meinen Fleisch- und Müllkonsum stark verringert“, waren die Aussagen, die Leah zufrieden stellten. „Dadurch wurde mir auch wieder bewusst, dass es egal ist, wie ‚klein‘ die Maßnahmen sind, die wir Menschen gegen den Klimawandel unternehmen. In der Summe sind sie groß und können etwas bewirken.“
Seit dem Schuljahr 2015/16 werden kidZ21-Projekte auch in ganz Österreich umgesetzt. Ein Dank dafür gilt dem Klima- und Energiefonds Österreich, der das Projekt kidZ21-Austria im Rahmen des Förderprogramms „Austrian Climate Research Programme“ unterstützt.
Tirol 2050 — Eine neue Energie-Serie
An dieser Stelle erscheinen in der TT am Sonntag Tiroler Beispiele in Sachen gut gemachter Energie- und Klimapolitik. Wer sein Projekt vorstellen will, findet Infos unter www.tirol2050.at
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