Aufregung nach sexueller Belästigung im Schwimmbad
Ein 31-jähriger Mann wollte im Tivoli eine 13-Jährige küssen und berühren. Laut Betreiber war das der erste derartige Vorfall in Innsbruck.
Von Marco Witting
Innsbruck – Die Wogen gingen hoch. Zuerst am Mittwochnachmittag im Tivoli-Schwimmbad. Mit etwas Verspätung dann unvermeidlich in den sozialen Netzwerken. Ein 13-jähriges Mädchen war vor zwei Tagen von einem 31-jährigen Mann aus Afghanistan sexuell belästigt worden. Der Mann wurde mittlerweile auf freiem Fuß angezeigt. Die Aufregung ist vorerst geblieben.
Was war passiert? Die 13-jährige Schülerin hielt sich laut Polizeiangaben am Nachmittag mit Freundinnen im Schwimmbecken auf, als sie von dem 31-Jährigen auf die Hand und ins Gesicht geküsst wurde. Der Vorfall wurde von zwei Bekannten beobachtet. Diese reagierten schnell und sprachen den Mann „lautstark“ an, wie es im Polizeibericht hieß, um eine weitere Belästigung zu verhindern. Auf TT-Nachfrage bei der Polizeiinspektion Pradl hieß es gestern, dass von einem „Missverständnis“ in diesem Fall keine Rede sein könne. Der Mann soll nämlich auch versucht haben, das Mädchen am Oberkörper zu berühren. Sowohl mehrere Zeugen als auch die 13-Jährige selbst wurden von den Beamten zu dem Vorfall befragt.
Der Verdächtige wurde von den Bekannten und vom Sicherheitsdienst im Schwimmbad festgehalten und der Polizei übergeben. Er wurde angezeigt. Laut Polizei Pradl und auch der Innsbrucker Komunalbetriebe (IKB) als Badbetreiber war dies der erste derartige Vorfall in der Landeshauptstadt. „Vorfälle in dieser Art gab es bisher nicht“, sagt Abteilungsleiter Karlheinz Bader. Man werfe natürlich ein Auge auch auf solche Fälle und sei auch in Kontakt mit anderen Bädern, etwa in Wien. Am Mittwoch seien knapp 4000 Menschen im Schwimmbad gewesen, da sei es auch für den Sicherheitsdienst schwer, alles im Blick zu haben. „Securitys haben wir schon seit Jahren im Tivoli und am Baggersee“, sagte Bader.
Die Angelegenheit fällt laut Polizei übrigens erst seit der Gesetzesänderung 2016 klar unter sexuelle Belästigung. Man stelle allerdings keine markante Zunahme von sexuellen Belästigungen fest, hieß es. Gestiegen sind die Anzeigen in diesem Bereich im ersten Halbjahr von 46 auf 60 Fälle. Teilweise sei das aber auch auf die neue Gesetzeslage zurückzuführen.