„Nachhaltigkeit“ wird meist nur mit „Umweltschutz“ gleichgesetzt
Wien (APA) - „Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde, es ist aber nicht jedem klar was damit genau gemeint ist. Es herrscht jedenfalls Konsens d...
Wien (APA) - „Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde, es ist aber nicht jedem klar was damit genau gemeint ist. Es herrscht jedenfalls Konsens darüber, dass nachhaltige Unternehmensführung und Personalentwicklung Firmen erfolgreicher machen. In einer Umfrage vom Marktforschungsinstitut meinungsraum.at haben dem jedenfalls 86 Prozent zugestimmt.
Für den dauerhaften Erfolg eines Unternehmens sei die Wahrnehmung von Kunden- und Mitarbeiterbedürfnissen wichtig, meinen mehr als zwei Drittel der Befragten. Bei jedem Zweiten nehmen die Nachhaltigkeitsbestrebungen eines Unternehmens Einfluss auf Kaufentscheidungen.
„Der Markt wird jene belohnen, die ihre Nachhaltigkeitsstrategie ganzheitlich managen und glaubwürdig kommunizieren“, teilte der Mitbegründer und Vorsitzende des Vereins „Zentrums für Nachhaltigkeit“, Markus Bürger, am Donnerstag, mit.
Für die Erhebung wurden im Mai 1.000 Österreicher - davon 350 mit Führungsverantwortung - in repräsentativen Online-Interviews befragt.
Nur 8 Prozent fühlen sich sehr gut über das Thema Nachhaltigkeit informiert - 53 Prozent wissen zu wenig darüber. Rund die Hälfte der Befragten meint, Nachhaltigkeitsprojekte in Unternehmen dienten zumeist nur der Imagepflege.
Der Mitarbeiterzufriedenheit und damit der nachhaltigen Unternehmensführung wird aber ein hoher Stellenwert beigemessen. In diesem Bereich herrsche aber noch großer Handlungsbedarf - hier wird also noch zu wenig umgesetzt, wie auch Führungskräfte selbst meinen. „Nachhaltig Führen ist vergleichbar mit Gartenarbeit“, betont Elisabeth Forstreiter vom Zentrum für Nachhaltigkeit. „Ein guter Gärtner kennt seinen Garten - er schneidet zurecht, wählt aus, vermeidet Kahlschlag, setzt auf Diversität, hat Freude am Gestalten und fördert Wachstum. Eine gute Führungskraft arbeitet genau so.“
Ab 2017 sind heimische Großunternehmen auf Basis einer EU-Richtlinie dazu verpflichtet, auch über die sozialen, gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit öffentlich zu berichten, nicht nur über ihre finanziellen Daten. Mittelbar sind von dieser Vorschrift auch Klein- und Mittelbetriebe betroffen, da die großen Betriebe auch ihre Zulieferer auf Nachhaltigkeit durchleuchten müssen.
Das Zentrum für Nachhaltigkeit wurde heuer unter anderem von der Caritas Österreich, Forstreiter Consulting, meinungsraum.at, der Rewe International, der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative und der PR-Agentur Skills mit dem Ziel gegründet bzw. initiiert, Nachhaltigkeit breiter in der Gesellschaft zu verankern. Das Zentrum will Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vernetzen sowie Analysen, Trainings und praxisorientierte Beratung anbieten.
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