Exklusiv

Ermittlungsende im Fall Kadic

Ena Kadic starb nach einem Sturz vom "Drachenfelsen" am Bergisel.
© Thomas Böhm

Der allerletzte Fortführungsantrag auf Ermittlungen zu allfälligem Fremdverschulden am Sturz der Ex-Miss wurde abgewiesen.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –2013 ging die Innsbruckerin Ena Kadic als strahlende Siegerin aus den Miss-Austria-Wahlen hervor. Nur zwei Jahre später, am 16. Oktober 2015, wurde die bildhübsche Tirolerin unterhalb der Bergisel-Aussichtsplattform „Drachenfelsen“ schwerstverletzt aufgefunden. Tage später erlag die 26-Jährige ihren inneren Verletzungen, durch den 30-Meter-Absturz.

Nach Ermittlungen in alle Richtungen legte das ausgewertete Handy schon Anfang des Jahres einen Freitod nahe. Hatte Ena Kadic doch vor dem Sturz einem Verwandten per Kurznachricht angekündigt, dass sie versuchen werde, sich das Leben zu nehmen und ihr Auto beim Bergisel geparkt sei.

Rund um diese Zeilen schien auf dem Handy allerdings auch immer wieder die Nummer eines engen Bekannten von Ena Kadic auf. Selbst nach dem Sturz soll die Miss erst noch die Nummer des Mannes anstatt die der Eltern angewählt haben. Dass ausgerechnet dieser Mann nicht gleich einvernommen worden war, ließ Kadics Eltern nicht mehr ruhen.

Über Rechtsanwalt Hermann Holzmann setzten die Eltern deshalb alles daran, die Umstände um den Tod ihrer Tochter und etwaiges Fremdverschulden restlos aufzuklären.

Fortführungsanträge wurden ans Landesgericht eingebracht und bewilligt. Aber auch die eingehende Befragung des mysteriösen Bekannten, weiterer Zeugen und letzte Ermittlungsschritte konnten letztlich kein Fremdverschulden erweisen.

Ein Beschluss eines Dreiersenates des Landesgerichtes wies deshalb vor Tagen einen letzten Fortführungsantrag auf weitere Erkundungsbeweise ab, wie der TT von der Staatsanwaltschaft bestätigt wurde.

Eine Ende für Mythen aller Art um die Miss also. Und endlich abschließende Gewissheit für deren Familie. Anwalt Holzmann: „Es wurde von den Behörden nun wirklich sorgsam in alle Richtungen ermittelt. Damit können die Eltern von Ena Kadic nun endgültig versuchen, dieses so tragische Unglück zu verarbeiten und haben nunmehr die Gewissheit, dass keine außenstehende Person den Tod ihrer geliebten Tochter mitzuverantworten hat.“ Erst jetzt sei es der Familie Kadic möglich, „dieses schreckliche Kapitel im Sinn einer Trauerphase verarbeiten zu können“.

Von dieser Plattform stürzte Ena Kadic im Oktober 2015 in die Sillschlucht.
© Thomas Boehm / TT