Frankfurter Börse
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX ist nach seinem jüngsten Sprung über 10.000 Punkte am Donnerstag in Lethargie verfallen. Auch geld...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX ist nach seinem jüngsten Sprung über 10.000 Punkte am Donnerstag in Lethargie verfallen. Auch geldpolitische Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi gaben dem wichtigsten deutschen Aktienindex kaum Impulse. Tagesthema war der Kursrutsch bei der Lufthansa nach einer Gewinnwarnung. Etliche weitere Unternehmen legten ihre Zwischenberichte zur Geschäftsentwicklung vor.
Der DAX pendelte um seinen Schlusskurs vom Vortag und notierte zum Handelsende 0,14 Prozent im Plus bei 10.156,21 Punkten. Am Vortag hatte das Börsenbarometer dank starker Kursgewinne bei den Berichtsunternehmen Volkswagen (VW) und SAP deutlich zugelegt. Den Absturz nach dem britischen Votum für einen EU-Ausstieg hat der DAX dank der Erholungsrally der vergangenen Wochen fast wettgemacht.
Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen verabschiedete sich am Donnerstag 0,43 Prozent schwächer bei 20.783,90 Punkten, wogegen der Technologiewerte-Index TecDAX 0,17 Prozent auf 1.667,57 Punkte gewann.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hielt trotz wachsender Konjunktursorgen nach dem Brexit-Votum ihr Pulver vorerst trocken und den Leitzins im Euroraum auf rekordniedrigen null Prozent. Nach Ansicht von Draghi ist das britische Ausstiegsvotum zwar ein Risiko für die Europäische Union. Allerdings hätten die Märkte den Brexit-Schock bisher gut verkraftet. Zudem betonte Draghi, dass er notfalls alle verfügbaren Instrumente nutzen werde, um die Konjunktur zu stützen.
Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda hatte sich unterdessen gegen radikale geldpolitische Stützungsmaßnahmen ausgesprochen, was den DAX ebenfalls nur vorübergehend belastet hatte. Für sogenanntes Helikoptergeld gebe es weder eine Notwendigkeit noch eine Möglichkeit, sagte Kuroda dem britischen Radiosender der BBC.
Die ohnehin angeschlagenen Lufthansa-Titel büßten nach einer Gewinnwarnung 5,95 Prozent ein. Die Terroranschläge in Europa durchkreuzen die Gewinnpläne der Fluggesellschaft. Analyst Anand Date von der Deutschen Bank sieht nun die Dividende erheblich bedroht.
Die zum Umtausch eingereichten Aktien der Deutschen Börse sanken um 1,56 Prozent. Als Grund für die Kursschwäche sah ein Händler die noch nicht erreichte, selbst gesetzte Zustimmungsquote von 60 Prozent des eigenen Grundkapitals für die angestrebte Fusion mit der London Stock Exchange (LSE). Am 26. Juli endet die Frist, in der Aktionäre ihre Anteilsscheine in Papiere des fusionierten Unternehmens umtauschen können.
Daimler trotzte indes dem Dieselskandal in der Autobranche und profitierte in der ersten Jahreshälfte von einem Rekordabsatz., der auch den Umsatz im zweiten Quartal stützte. Die Titel des Autobauers verteuerten sich um 1,31 Prozent.
Im MDAX setzte sich Leoni mit plus 3,41 Prozent an die Spitze. Der Autozulieferer hat nach eigenen Angaben mit seinem Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Halbjahr die Markterwartung übertroffen.
Die in den letzten Jahren sehr gut gelaufenen Anteilsscheine von Krones verloren als Schlusslicht 8,07 Prozent. Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller kämpft mit einem immer stärkeren Preisdruck. Trotz eines Umsatzwachstums und eines laufenden Sparprogramms war der Überschuss im zweiten Quartal - für Analysten unerwartet - gesunken.
An der TecDAX-Spitze zogen die Papiere von Drillisch um 7,47 Prozent an. Der Mobilfunkanbieter hält nach einem erfolgreichen zweiten Quartal an seinen Jahresprognosen fest. A
~ ISIN DE0008469008 ~ APA513 2016-07-21/18:16
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