Grasser-Anklage - Für Weisungsrat entschied das Gesamtbild
Wien (APA) - „Das Bild, das sich ergibt, wenn man sich die Angelegenheit von Anfang bis zum Ende ansieht, das sich zusammenfügt“ habe für de...
Wien (APA) - „Das Bild, das sich ergibt, wenn man sich die Angelegenheit von Anfang bis zum Ende ansieht, das sich zusammenfügt“ habe für den Weisungsrat den Ausschlag gegeben, einer Anklage gegen den früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser und 15 andere Personen zuzustimmen, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Werner Pleischl, in der Nacht auf Freitag in der „ZiB24“.
„Es geht um verschiedene Gespräche, Zahlungsweisen, Konten die weiter transferiert werden, die man in Zusammenhang setzen muss mit anderen“, präzisierte Pleischl auf Nachfrage. Letztlich sei man zur Einschätzung gekommen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung größer sei als die eines Freispruchs. Die drei Mitglieder des Weisungsrates hätten getrennt die über 1.000 Seiten, darunter 830 Seiten Anklageentwurf, studiert und sich dann besprochen und auf eine Anklage geeinigt.
Er verstehe, dass die siebenjährige Dauer der Ermittlungen eine sehr schwere Belastung für die Betroffenen darstelle, sagte Pleischl. Aber an sich hätten die Ermittlungen vier Jahre gedauert, dann habe es einen Fehler gegeben, der dazu führte, dass Verfahrensteile wiederholt werden mussten. Aber die Staatsanwaltschaft müsse ja „penibel Punkt für Punkt nachweisen“, was den Beschuldigten vorgeworfen wird. Und in der modernen Wirtschaft würden rasche Entscheidungen mit wenig Dokumentation getroffen, da sei es außerordentlich schwierig nachzuweisen, wer was wann getan und gewusst hat. Über das mögliche Strafausmaß wollte Pleischl nicht spekulieren.
~ ISIN AT00BUWOG001 WEB http://www.buwog.at ~ APA010 2016-07-22/01:31
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