Kubanischer Sacharow-Preisträger Farinas in Hungerstreik getreten
Havanna (APA/AFP) - Aus Protest gegen die Misshandlung inhaftierter Oppositioneller ist der kubanische Sacharow-Preisträger Guillermo Farina...
Havanna (APA/AFP) - Aus Protest gegen die Misshandlung inhaftierter Oppositioneller ist der kubanische Sacharow-Preisträger Guillermo Farinas in den Hungerstreik getreten. Der Regierungskritiker sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, dass er seit einem Tag keine Nahrung und keine Flüssigkeit mehr zu sich nehme. „Ich werde weitermachen, bis ich meine Forderungen durchsetze, oder bis zum Tod“, sagte er.
Mit seinem Hungerstreik will der 54-Jährige nach eigenen Worten gegen die schlechte Behandlung inhaftierter Oppositioneller protestieren. „Wir verlangen von der Regierung ja nicht einmal, dass sie uns nicht mehr verhaftet - das macht uns stolz. Aber sie muss mit den Schlägen, der Folter aufhören, wenn sie uns verhaftet.“
Für den Beginn seines Hungerstreiks wählte Farinas den ersten Jahrestag der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den USA und Kuba. Seitdem sei eine „Eskalation der Gewalt“ gegen Dissidenten zu verzeichnen, kritisierte Farinas in dem Gespräch mit AFP, das er telefonisch von seinem Haus in Santa Clara führte. „Die Führung fühlt sich nun legitimiert durch die Regierungen der USA und der Europäischen Union.“
US-Präsident Barack Obama hatte Kuba im März nach der Normalisierung der Beziehungen besucht. Ebenfalls im März hatten Kuba und die EU eine Normalisierung der Beziehungen vereinbart.
Farinas war bereits mehrfach in den Hungerstreik getreten. 2010 brachte ihn eine solche Protestaktion an den Rande des Todes. Das Europäische Parlament hatte den Dissidenten mit seinem renommierten Sacharow-Preis für Menschenrechte ausgezeichnet.
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