Bezirk Kufstein

Angerberg: Protest gegen Asylwerber

© Haun

Gemeinde Angerberg und Anrainer lehnen Heim für männliche Flüchtlinge ab.

Angerberg –Bereits vor Beginn des Infoabends über die umstrittene Unterbringung von Asylwerbern in Angerberg am Donnerstag war die Aula der Volksschule mehr als übervoll und die Stimmung aufgeheizt (die TT berichtete). „Ich bin überzeugt davon, dass es uns gelingen sollte, zehn bis zwölf Asylwerber in Angerberg zu integrieren“, eröffnete Bürgermeister Walter Osl den Abend, an welchem er den besorgten Anrainern gemeinsam mit Georg Mackner von der „Tiroler Sozialen Dienste GmbH“ (TSD) Rede und Antwort stand.

Anrainer Thomas Pedit überreichte dem Bürgermeister einen offenen Brief mit mehr als 120 Unterschriften gegen das geplante Asylheim in einem privaten Wohnhaus und Martin Pancheri kritisierte neuerlich, dass die Einladung zum Abend sehr kurzfristig war. BM Osl begründete dies mit einer Terminkollision bei den TSD. BM Osl fügte auch hinzu, dass er wisse, dass der abgelegene Standort alles andere als ideal sei. Da das Haus aber einige Monate unbewohnt war, muss zuerst ohnedies geprüft werden, ob es brandschutztechnisch in Ordnung sei, fuhr der Bürgermeister fort.

„Es ist nicht unser Ansinnen, über eine Gemeinde einfach drüberzufahren“, betonte Georg Mackner von den TSD, welcher auch erklärte, dass die Besiedelung einer Asylunterkunft eine tageseigene Aktion sei und er zu diesem Zeitpunkt nicht wisse, wer nach Angerberg kommt. Aber die neuen Flüchtlinge seien derzeit wirklich hauptsächlich junge Männer sind.

„In den Nachbarhäusern wohnen viele alleinstehende Frauen und ältere Leute über 80 Jahre, die aufgrund des geplanten Heims schon jetzt in Angst leben. Wenn zwölf Männer kommen, kann ich mein Haus nicht mehr so benutzen, wie ich will“, betonte Christina Hörl und Rufe der Anrainer wurden laut, dass die Lebensqualität in Angerberg stark beeinträchtigt werde. „Wir wollen das soziale Leben in einer Gemeinde nicht durcheinanderbringen und auf keinen Fall die Lebensqualität mindern“, war von Mackner zu hören.

„Die Kernbedürfnisse von uns Anrainern werden in diesem Kompromiss einfach nicht miteinbezogen“, schlussfolgerte Thomas Pedit und auch BM Osl meinte: „Eine Asylwerber-Unterkunft wäre zumutbar, wenn Familien und nicht alleinstehende Männer kommen, sollte dies aber nicht garantiert werden, werden wir von Seiten der Gemeinde eine Vertragsunterzeichnung ablehnen.“ (hau)