US-Militär änderte Leitfaden zum Umgang mit Kriegsreportern

Washington (APA/AFP) - Nach breiter Kritik der Medien hat das US-Militär einen Leitfaden für den Umgang mit Reportern in Kriegssituationen g...

Washington (APA/AFP) - Nach breiter Kritik der Medien hat das US-Militär einen Leitfaden für den Umgang mit Reportern in Kriegssituationen geändert, der Journalismus in die Nähe von Spionage gerückt hatte. Das Pentagon veröffentlichte am Freitag eine geänderte Fassung des Handbuchs zum Kriegsrecht, aus dem die kritisierten Passagen zum Umgang mit Kriegsreportern entfernt wurden.

In dem neuen Handbuch heißt es, Journalisten seien „im Allgemeinen geschützte Zivilisten“. Kritik hatte insbesondere eine Formulierung hervorgerufen, wonach „Berichterstattung über militärische Operationen der Sammlung von Informationen oder sogar Spionage sehr ähnlich sein kann“. Um nicht mit Spionen verwechselt zu werden, sollten Journalisten stets „offen und mit der Genehmigung der entsprechenden Behörden“ handeln. Auch hieß es, in einigen Fällen könnten Journalisten als „unprivilegierte Kampfbeteiligte“ gelten.

Ebenfalls für Kritik sorgte die Aufforderung an Journalisten, „sich von militärischen Kräften zu unterscheiden“. In der neuen Fassung heißt es nun, die Soldaten sollten „sich bemühen, zwischen den Aktivitäten der Journalisten und den Aktivitäten feindlicher Kräfte zu unterscheiden“, damit die „falsche Schlussfolgerung“ vermieden werde, dass ein Journalist zu den „feindlichen Kräfte“ zähle.

In der Neufassung heißt es nun, die Ausübung einer journalistischen Tätigkeit sei nicht gleichbedeutend damit, an Kampfhandlungen beteiligt zu sein. Eine Beraterin des US-Verteidigungsministeriums sagte, in Reaktion auf die Kritik der Medien an der vorherigen Version des Handbuchs habe es einen „produktiven, nachdenklichen Dialog“ mit Journalisten gegeben. Aufgabe des Ministeriums sei es gerade, „jene Freiheiten zu verteidigen, die Journalisten ausüben“.