Olympia: Leichtathletik-Sextett trainiert daheim für Rio - Alle fit

Wien (APA) - Die Leichtathletikbewerbe bei den Olympischen Spielen beginnen am 12. August, die Österreicher absolvieren die Vorbereitung in ...

Wien (APA) - Die Leichtathletikbewerbe bei den Olympischen Spielen beginnen am 12. August, die Österreicher absolvieren die Vorbereitung in der Heimat. Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger, Hürdensprinterin Beate Schrott, Zehnkämpfer Dominik Distelberger und 5.000-m-Läuferin Jennifer Wenth sind nach ihren Absagen für die EM nun für Rio bereit, Ivona Dadic (Siebenkampf) und Andrea Mayr (Marathon) ebenso.

Schrott, ursprünglich Olympia-Achte von London und nach Doping-Disqualifikation einer Konkurrentin nachträglich sogar Siebente, hat ihre hartnäckige Verhärtung im Oberschenkel ausgestanden und bereits wieder Hürdentraining gemacht. „Ich habe das Glück, dass mein Bruder Physiotherapeut ist, er hat mich jetzt daheim relativ viel rangenommen. Nach den Erfahrungen bei der WM in Peking wollte ich keine Verletzung mehr riskieren, ich habe es ausheilen lassen“, sagte die Niederösterreichern zur APA - Austria Presse Agentur. Vor Olympia wird sie nicht mehr in ihrem Europa-Stützpunkt in Arnheim trainieren. Wie es prinzipiell weitergehen wird, entscheidet sie nach den Sommerspielen.

Die vielen Verletzungen, die sie immer wieder zurückgeworfen haben, und das heuer insgesamt schwierige Jahr gingen Schrott an die Psyche: „Ich muss ganz ehrlich gestehen, mental ist es ein wirklich hartes Jahr für mich. Ich bin jetzt auch nach Hause gekommen, weil ich einfach die Unterstützung von meiner Familie brauche, dass ich einen Rückhalt habe und sie mir den Rücken stärken. Ich glaube, dass die körperliche Vorbereitung wichtig ist, aber viel, viel wichtiger ist für mich für Olympia die mentale. Ich brauche jetzt Zeit für mich.“ Sie müsse schauen, in einen Zustand zu kommen, in dem es ihr gut gehe, denn nur dann könne sie leistungsfähig sein.

Weißhaidinger ließ die Amsterdam-EM wegen einer Verstauchung im rechten Fuß aus, zugezogen am 23. Juni bei seinem Sieg beim Meeting in Madrid. „Olympische Spiele habe ich dreimal, die EM alle zwei Jahre, das muss man schon abwiegen, die ganzen Förderungen sind auch auf die Olympischen Spiele zugeschnitten. Aber es ist auch kein Schaden, dass ich früher mit dem Kraftblock habe anfangen können. Im Prinzip habe ich in der Vorbereitung auf Rio noch einmal zwei Wochen gewonnen.“ Das Programm inkludiert ein Trainingslager in Wien bei Gregor Högler, der ihn gemeinsam mit Josef Schopf betreut. „Die Zusammenarbeit läuft hervorragend“, freut sich Weißhaidinger über doppelten Input.

Auch Distelberger trainiert längst wieder, er hatte den EM-Zehnkampf nach vier Disziplinen abgebrochen. „Wenn es der letzte Wettkampf der Saison gewesen wäre, hätte ich fix weitergemacht, aber es war ein Risiko da. Inzwischen kann ich das abschätzen, ob es gefährlich ist, oder nur so ein bisserl was ist.“ Er dürfte sich einen Nerv eingeklemmt haben, muskulär sei alles in Ordnung, versicherte er.

EM-Bronzemedaillengewinnerin Dadic hat die „Medaille motiviert, jetzt noch härter zu arbeiten, um die nächsten paar Jahre international wirklich dabei zu sein“. Die Oberösterreicherin bekam von Nationaltrainer Högler ein Trainingsprogramm, das auch in Rio was möglich machen sollte. „Gregor hat das schon so getimt, dass Olympia der Höhepunkt ist. Ich glaube, dass sie mich noch einmal richtig in Form bekommen. Und motiviert bin ich wahrscheinlich sowieso wie noch nie.“

Möglichst viel gemeinsam trainieren wollen Mayr und Wenth. „Sie kommt nach Wien, oder ich fahre nach Gmunden, so haben wir beide einen Ortswechsel. Fast jeder meiner Trainingskollegen hat bereits Saisonpause, zwei Burschen stellen sich zwar in meinen Dienst für ein paar Trainingsläufe, aber es ist trotzdem was anderes, wenn man weiß, dass man dasselbe Ziel hat. Andrea und ich sind beide in Rio, da ist eine andere Motivation dahinter“, sagte Wenth, die wegen einer Adduktorenzerrung nicht nach Amsterdam gereist war.

„Es passt wieder alles. Das Jahr war ziemlich zäh, ich hab so viel investieren müssen, dass ich wieder gescheit laufen kann. Ich freue mich schon auf das Jahr, wenn ich wieder laufen kann, ohne jeden Tag zum Physiotherapeuten zu müssen“, meinte Wenth weiter. Medizinerin Mayr nützt ihren extra für Olympia zusammengelegten Jahresurlaub fürs Training. „Jennifer und ich haben beschlossen, auf Höhentraining zu verzichten. Es wäre es schon relativ knapp, weil es sich unter drei Wochen nicht auszahlt. Wir pendeln nun und schauen, dass wir gescheit trainieren“, meinte die vielseitige Läuferin, die neben Dadic als Einzige vom Olympia-Sextett als Halbmarathon-30. heuer ein EM-Ergebnis stehen hat.