Baustopp wegen Mehrkosten

Die Gemeinde Pflach ist es leid, bei der Errichtung von Gemeindestraßen dauernd Geld nachschießen zu müssen. Der Bau der Zufahrt zur Innerwandsiedlung ist deshalb gestoppt.

Der Pflacher Bürgermeister Helmut Schönherr zeigt am Plan die neue, zweite Zufahrt ins Siedlungsgebiet Innerwand.
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Pflach –Helmut Schönherr ist seit zwölf Jahren Bürgermeister in Pflach. In dieser Dodekade hat er viele neue Straßen in Pflach errichten lassen. „Und in keinem einzigen Fall konnte der vorher ausgemachte Preis gehalten werden. So traurig das klingt, die Gemeinde musste immer mehr zahlen, als vereinbart war. Und jetzt wäre es wieder so“, echauffiert sich der Dorfchef über die explodierenden Kosten bei der neuen Zufahrtsstraße ins Siedlungsgebiet Innerwand. Die Arbeiten brachten mehr Lehm als erwartet zutage, der Frostkoffer sollte nun größer werden. Für Schönherr Erklärungen, die er nicht mehr hören will. „Das Straßenprojekt wurde ausgeschrieben und zu einem Fixpreis von 175.000 Euro vergeben. Wir verhandeln gerade mit dem Unternehmen, das erklären muss, warum ein Fixpreis kein Fixpreis ist. Einige glauben wohl, Gemeinden zahlen am Ende sowieso immer – egal, wie hoch die Mehrkosten sind.“ Derzeit herrscht Baustopp, die Arbeiten sind eingestellt. Um die Ausgaben aufzufangen, wäre es Schönherr auch egal, „wenn der Standard nicht jenem einer Bundesstraße entspricht. Schließlich handelt es sich nur um eine Zweitzufahrt in ein Siedlungsgebiet.“

Im Zuge des Projektes wird auch der Hochwasserschutz in der sensiblen Zone verbessert. Bis zu einem Viertel des Siedlungsgebietes konnte früher bei „Schlagwetter“ überschwemmt werden, wenn der kleine Lussbach seine Muskeln spielen ließ. Deshalb bestand ehemals dort sogar ein Bauverbot. In den Straßenkörper wird ein Bypass eingebaut, in dem das Wasser Richtung Lech rinnen kann. Auch ein Wasserüberlauf über die Straße ist für extreme Niederschläge projektiert.

Das Siedlungsgebiet Innerwand mit fast 100 Bauplätzen ist über die Zentrumszufahrt bei der Dorfkapelle und bald auch über die teils enge Kniepassstraße erreichbar. Die Intention der Gemeinde vor zehn Jahren, die Problematik der Kniepassstraße durch eine kleine Umfahrung direkt am Lechbett, beginnend bei der Letzenbrücke, zu entschärfen, wurde fallen gelassen. Anrainerproteste brachten ein Umdenken. „Auch wenn es sinnvoll erschienen wäre, macht die Gemeinde nichts gegen den Willen der Bevölkerung“, sagt Schönherr.


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