Tempo 80 in Salzburg: Offizielle Zahlen belegen sinkende Unfallzahlen
Salzburg (APA) - Der flexible „Luft-80er“ auf der Salzburger Stadtautobahn hat zu keinem Anstieg der Unfallzahlen geführt. Das belegen nun a...
Salzburg (APA) - Der flexible „Luft-80er“ auf der Salzburger Stadtautobahn hat zu keinem Anstieg der Unfallzahlen geführt. Das belegen nun auch die offiziellen Zahlen der Statistik Austria. Auf dem zehn Kilometer langen Abschnitt zwischen Salzburg Nord und dem Knoten Salzburg habe es noch nie so wenige Unfälle gegeben wie 2015, sagte Verkehrslandesrat Hans Mayr (parteifrei) am Freitag bei einer Pressekonferenz.
Erfasst wurden ausschließlich Unfälle mit Personenschäden, konkret waren das 36 nach 40 im Jahr zuvor. Die Zahlen decken sich weitgehend mit den bereits im März ausgewerteten und präsentierten Aufzeichnungen der Autobahnpolizei Anif, die immer wieder auch Sachschadenunfälle im besagten Streckenabschnitt erhoben hat. „Die Zahl der Gesamtunfälle ist klar rückläufig. Aber es hat eine Verschiebung bei den Unfallarten gegeben. Wir haben einen leichten Anstieg bei den Auffahrunfällen und eine Steigerung bei Unfällen durch Fahrstreifenwechsel. Dafür sind die Schleuderunfälle zurückgegangen“, erklärte Gernot Filipp, der Leiter der Salzburger Landesstatistik.
Für die Zunahme in Teilbereichen hat Landesrat Mayr bereits die Schuldigen identifiziert: „Die Lkw halten den Abstand oft nicht ein und reizen beim Tempo die Toleranzgrenze meist aus.“ Er will darum in Zukunft mehr Abstandsmessungen durchführen lassen und bei Verstößen hart durchgreifen. Um zu prüfen, ob unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen für Pkw und Lkw zu einer Verminderung des Unfallrisikos führen, hat er zudem ein Verkehrsgutachten bei der Wiener „nast consulting“ in Auftrag gegeben.
Das Verkehrsplanungsbüro prüfte in Simulationen auch eine 80/60 km/h-Regelung und eine 90/80 km/h-Regelung für Pkw und Lkw. Das Gutachten spricht sich dabei klar für Tempo 80 für alle Fahrzeuge aus. „Je geringer die Geschwindigkeitsunterschiede sind, desto harmonischer läuft der Verkehr“, sagte nast-Geschäftsführer Friedrich Nadler. Zugleich gelte: „Geschwindigkeitsbegrenzungen führen eindeutig zu geringeren Unfallzahlen.“ Auch für Nadler habe Tempo 80 zu einer deutlichen Reduktion der Unfallzahlen geführt, allerdings sei die Zahl der Fälle zu gering, um statistisch signifikant zu sein.
Denn bei einem Verkehrsaufkommen von im Schnitt 100.000 Fahrzeugen an einem Werktag - zehn Prozent davon sind Lkw - weise die Statistik Austria im Untersuchungszeitraum gerade einmal 36 Unfälle mit Personenschaden aus. „Das ist im Schnitt ein Unfall alle zehn Tage“, sagte auch Landesstatistiker Filipp. Zugleich konnten Verkehrsexperten am Freitag schwer nachvollziehen, warum immer wieder dem flexiblen Tempolimit die Schuld an Unfällen gegeben wird. Christian Cecon, vom Salzburger Referat für Straßenbau und Verkehrsplanung sprach etwa von individuellem Fehlverhalten als Unfallursache. „Wir beobachten eine permanente und bewusste Missachtung der geltenden Beschränkungen.“
Das Tempolimit auf der Stadtautobahn war im März 2015 aus Luftschutz-Gründen eingeführt worden. Umweltreferentin LHStv. Astrid Rössler (Grüne) hatte erst am Montag aktuelle Umweltdaten zu der Maßnahme präsentiert. Demnach war der „Luft-80er“ in Salzburg nicht ganz die halbe Zeit im Jahr aktiviert, die Belastung an Stickstoffdioxid sank dadurch um fünf bis sechs Prozent. Ein Rückgang, der einer Totalsperre der Autobahn für drei Wochen im Jahr entspricht.
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