Tirol

Reiseaffäre: PHT-Vizerektorin im Abseits

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Wegen der Untersuchungen des Bildungsministeriums über die Dienstreiseaffäre in Grado steht die Vizerektorin der Pädagogischen Hochschule im Abseits.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Seit dem Vorjahr segelt die Pädagogische Hochschule Tirol (PHT) wieder in ruhigen Fahrwassern. Nach jahrelangen Debatten um Gründungsrektor Markus Juranek und finanziellen Schieflagen konnte der neue Rektor Thomas Schöpf die Lehrerausbildungsstätte aufrichten. Die Finanzen der Pädagogischen Hochschule präsentieren sich laut eigenen Angaben weiterhin ausgeglichen. Nicht nur die für den laufenden Betrieb notwendigen Anschaffungen können durchgeführt werden, sondern darüber hinaus Investitionen getätigt werden.

Doch nicht alle Mitarbeiter sind offenbar im „System neu“ angekommen, die Affäre um eine Dienstreise Ende Mai im oberitalienischen Badeort Grado hält die PHT auch im Sommer auf Trab. Und personelle Konsequenzen könnten die Folge sein. Denn fünf Dozenten, pensionierte Lehrende, Ehefrauen, die Vizerektorin für Studienangelegenheiten Andrea Gandler-Pernlochner, aber nur sieben Studierende nahmen an der als Kreativwoche titulierten Reise während der Dienstzeit teil. Lediglich drei Dienstreiseanträge wurden genehmigt, doch auch diese werden angesichts des Zwecks der Fahrt jetzt infrage gestellt.

Rektor Schöpf sieht das Vertrauen in seine Vizerektorin massiv erschüttert, weil die Reise offensichtlich eine Abschlussfahrt, aber keine Bildungsreise gewesen sei. Bildungsministerium und Hochschulrat wurden nach Bekanntwerden der Affäre umgehend informiert. Die Einsicht der Beteiligten wird als gering bezeichnet, Gandler-Pernlochner kann die Aufregung allerdings nicht nachvollziehen. Einige Beteiligte rechtfertigten sich damit, dass sie ihre Lehrtätigkeit eben an einem anderen Ort ausgeübt hätten und dies eben als normale Arbeitszeit anzusehen sei.

Das Bildungsministerium bestätigt auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung, dass die Angelegenheit penibel untersucht werde. Wie Pressesprecherin Patrizia Pappacena betont, werden von allen beteiligten Stellungnahmen eingeholt. Der Rektor selbst hat bereits einen ausführlichen Bericht abgegeben.

Wegen der aktuellen Untersuchungen steht die Vizerektorin für Studienangelegenheiten im Abseits. Sie sorgte schon vor Jahren für Gesprächsstoff, weil sie an der eigenen Hochschule die Volksschullehrerausbildung aufgenommen hatte. Ihre Funktionsperiode als Vizerektorin endet im September 2017, die Funktion wird aber bereits im Oktober des heurigen Jahres ausgeschrieben. Gandler-Pernlochner gehörte noch zum Team von Ex-Rektor Markus Juranek. Aufgrund der Spannungen nach der Dienstreiseaffäre dürfte es jedoch bereits in den nächsten Wochen im Hochschulrat intensive Diskussionen darüber geben, wie es im Herbst im Rektorenteam an der Pädagogischen Hochschule weitergeht.

In der Hochschule hoffen die Verantwortlichen auf eine rasche Entscheidung von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, schließlich will man nicht wieder in eine Negativschleife kommen. Noch dazu gibt es mit dem seit Jahren geplanten Umbau der PHT eine weitere Baustelle.

Wegen der allgemeinen Teuerung, erhöhter gesetzlicher Standards und der nun schon längeren Planungsphase kam es bereits zu einer Erhöhung der Baukostenschätzung um 900.000 Euro. Wie Thomas Schöpf in seinem Rektorsbrief erklärt, hat die PHT Vorschläge zur Kostenreduktion erarbeitet, die jetzt diskutiert werden. Das Bildungsministerium geht von einem Baustart im Sommer 2017 aus. (pn)