Großalarm in München - Mehrere Tote bei Schüssen in Einkaufszentrum

München (Bayern) (APA/Reuters/dpa) - Eine Schießerei in einem Einkaufszentrum in München hat am Freitagabend einen Großalarm in der deutsche...

München (Bayern) (APA/Reuters/dpa) - Eine Schießerei in einem Einkaufszentrum in München hat am Freitagabend einen Großalarm in der deutschen Millionenstadt ausgelöst. Es habe mehrere Tote und Verletzte gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Man gehe von mehreren Tätern aus, die auf der Flucht seien, sagte eine Polizeisprecherin. „Wir gehen von einem Amoklauf aus.“

Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, das Gebiet um das abgeriegelte Einkaufszentrum weiträumig zu meiden, über der Stadt kreisten Hubschrauber. Berichte über eine zweite Schießerei am belebten Karlsplatz (Stachus) in der Innenstadt dementierte die Polizei. Es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt, nachdem Menschen geschrieben hätten und in Panik ausgebrochen seien. Später hieß es, dass keine Entwarnung gegeben werden könne. „Wir wissen immer noch nicht, ob da eine Lage ist“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft stellte ihren gesamten Verkehr bei U-Bahn, Straßenbahn und Bussen ein. „Wir wissen derzeit nicht wo sich die Täter befinden. Passt auf Euch auf und meidet nach wie vor die Öffentlichkeit“, teilte die Polizei mit. Auch im Einkaufszentrum blieb die Lage angespannt. Eine Sprecherin sagte, dass immer noch Menschen im Gebäude seien.

Die ersten Meldungen über die Schießerei im Einkaufszentrum waren um kurz vor 18.00 Uhr eingetroffen. Demnach seien die ersten Schüsse bei einem McDonald‘s-Fast-Food-Restaurant gefallen, sagte die Polizeisprecherin. Eine Mitarbeiterin einer Drogeriekette berichtete, es seien zahlreiche Schüsse gefallen. Sie habe eine Person am Boden gesehen, die so schwer verletzt gewesen sei, dass sie definitiv nicht überlebt habe.

Es tauchte auch ein Internetvideo eines möglichen Schützen auf. Es zeigt einen Menschen, der aus einem Fast-Food-Restaurant offensichtlich in München kommt und mit einer Handfeuerwaffe wahllos auf Menschen schießt. Die Quelle dieses Videos, das auf Twitter veröffentlicht wurde, war zunächst unklar.

Laut ersten Erkenntnissen gibt es laut dem Innenministerium-Sprecher Karlheinz Grundböck bei dem Terroranschlag in München „keinen Bezug zu Österreich“. Auch die Sicherheitslage für Österreich bleibt unverändert. Seit dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ gilt für ganz Europa eine „erhöhte abstrakte“ Gefahr. Grundböck sprach sich für eine engere Zusammenarbeit innerhalb der EU aus, um Anschlägen besser vorbeugen zu können.