Schweiz beschlagnahmt in Affäre um malaysischen Staatsfonds Gemälde

Genf (APA/AFP) - Im Zuge des Milliarden-Skandals um den malaysischen Staatsfonds 1MDB haben Schweizer Behörden auf Gesuch der US-Justiz drei...

Genf (APA/AFP) - Im Zuge des Milliarden-Skandals um den malaysischen Staatsfonds 1MDB haben Schweizer Behörden auf Gesuch der US-Justiz drei wertvolle Gemälde beschlagnahmt. Eine Sprecherin des Justizministeriums in Bern teilte am Freitag mit, es handle sich um ein Bild von Vincent van Gogh sowie zwei Gemälde von Claude Monet. Weitere Einzelheiten nannte sie nicht.

Das US-Justizministerium hatte am Mittwoch die Beschlagnahme von Vermögenswerten in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar angekündigt, die vermutlich mit unterschlagenen Geldern aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB bezahlt wurden.

Nach Informationen des „Wall Street Journal“ sollen Verwandte und Vertraute des malaysischen Regierungschefs Najib Razak mit unterschlagenen Geldern aus dem Fonds unter anderem Luxuswohnungen in New York, Gemälde von van Gogh und Monet sowie die Rechte an Martin Scorseses Film „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio gekauft haben. Die Milliarde Dollar ist jedoch nur ein Teil der vermutlich aus dem Staatsfonds abgezweigten Gelder.

Der Korruptionsskandal erschüttert die Regierung in Kuala Lumpur seit Monaten. Najib hatte 2009 einen staatlichen Fonds namens 1MDB (Malaysia Development Berhad) aufgelegt, der Modernisierungsprojekte im Land finanzieren sollte. Mindestens vier Milliarden Dollar verschwanden in dunklen Kanälen.

Ein Teil fand sich auf Schweizer Konten und wurde mittlerweile eingefroren. Auch in Singapur wurden Vermögenswerte in mehrstelliger Millionenhöhe eingefroren. Juristisch belangt wurde bisher jedoch niemand der mutmaßlich ranghöheren Verantwortlichen.

Im Visier der Behörden ist unter anderem Najibs Stiefsohn Riza Aziz, dessen Unternehmen den Scorsese-Film finanzierte - nach Angaben des US-Justizministeriums mit mehr als hundert Millionen Dollar aus den 1MDB-Fonds.