München - Deutsche Regierung schaltet nach Bluttat in Krisenmodus
München (Bayern) (APA/AFP) - Die Schießerei in München mit mindestens neun Toten hat die deutsche Regierung in den Krisenmodus versetzt. Am ...
München (Bayern) (APA/AFP) - Die Schießerei in München mit mindestens neun Toten hat die deutsche Regierung in den Krisenmodus versetzt. Am Samstag kommt in Berlin das Bundessicherheitskabinett zusammen, wie Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) am Freitagabend ankündigte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde „fortlaufend“ unterrichtet. „Die zuständigen Minister sind auf dem Weg nach Berlin.“
Dem Sicherheitskabinett gehören neben der Bundeskanzlerin unter anderem der Außenminister, der Verteidigungsminister, der Innenminister und der Chef des Bundeskanzleramtes an. Bei Bedarf werden auch Vertreter anderer Ministerien oder Behörden hinzugezogen, wie die Chefs von Bundesnachrichtendienst, Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz.
Die deutsche Regierung hatte sich eigentlich schon auf die Sommerpause eingestellt. Wenige Tage nach der Axt-Attacke mit fünf Schwerverletzten in einem Regionalzug in Würzburg ließ die Gräueltat in München die lange gehegte Befürchtung der deutschen Sicherheitsbehörden vor einer Gewalttat mit vielen Toten auch in Deutschland wahr werden.
Bei der Schießerei wurden acht Menschen getötet. Zudem wurde eine weitere Leiche gefunden, die einer der Täter sein könnte. Der Hintergrund der Tat blieb zunächst unklar.
Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) brach einen Aufenthalt in den USA umgehend ab und wollte direkt nach seiner Landung in New York wieder zurück nach Deutschland fliegen, wie ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Bei der Sitzung des Sicherheitskabinetts gehe es darum, alle verfügbaren Informationen zusammenzutragen und zu bewerten, sagte Altmaier in der ARD.
„Wir sind entschlossen, alles zu tun, damit Terror und menschenverachtende Gewalt keine Chance in Deutschland haben“, fügte der Kanzleramtschef hinzu. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern des Anschlags, bei ihren Angehörigen und auch bei den Polizisten, die unsere Freiheit und Sicherheit verteidigen.“
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte: „Mit Entsetzen verfolgen wir die Nachrichten aus München.“ Noch seien die Hintergründe dieser „abscheulichen Tat“ nicht vollständig geklärt, es gebe widersprüchliche Hinweise. „Aber schon jetzt ist klar, dass wir Tote und viele Verletzte zu beklagen haben.“
Steinmeier lobte den Einsatz der Einsatzkräfte an Ort und Stelle, die alles Menschenmögliche täten, „um Leben zu retten und weitere Gefahren abzuwehren“. Zudem bedankte sich der deutsche Außenminister für „viele Solidaritätsbekundungen“ aus aller Welt. „Es tut in diesen Stunden gut zu wissen, dass unsere europäischen Freunde und unsere internationalen Partner an unserer Seite stehen.“
In der deutschen Hauptstadt prüften die Sicherheitsbehörden, ob es Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Berlin gibt. Die Lage in München werde fortlaufend beobachtet und „verantwortungsbewusst“ geprüft, erklärte Innensenator Frank Henkel (CDU). Ein Polizeisprecher wollte keine Angaben dazu machen, ob und welche Maßnahmen getroffen wurden.
Innensenator Henkel sprach von „albtraumhaften Nachrichten“ aus München. Er habe seinem bayrischen Amtskollegen jede erdenkliche Hilfe aus Berlin angeboten. „Wir sind jetzt alle Münchner“, erklärte der Senator.
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