Welt-Hepatitis-Tag - Hepatitis C wäre eliminierbar 1
Wien (APA) - In Österreich sind rund 120.000 Menschen von chronischer Hepatitits B oder C betroffen. Seit zweieinhalb Jahren sind bei der He...
Wien (APA) - In Österreich sind rund 120.000 Menschen von chronischer Hepatitits B oder C betroffen. Seit zweieinhalb Jahren sind bei der Hepatitis C medikamentöse Therapien mit Heilungsraten von an die hundert Prozent erhältlich. Sogar die Eliminierung der Infektion wäre damit möglich. „Das wäre ein ambitioniertes Ziel“, sagte der Wiener Hepatologie Harald Hofer, dazu gegenüber der APA.
Hintergrund ist der bevorstehende Welt-Hepatitis-Tag am kommenden Donnerstag (28. Juli). Speziell bei der ehemals gefürchteten Hepatitis C, die im überwiegenden Teil der Fälle chronisch wird und zu Leberzirrhose, Leberversagen und Leberkarzinomen führen kann, hat sich die Situation drastisch verändert. „Seit zweieinhalb Jahren sind die neuen Therapien verfügbar. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich damit radikal und grundlegend gewandelt“, sagte Hofer, Leiter der Hepatitis-Ambulanz an der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien im AKH.
Die neuen Medikamente, die während des Behandlungszeitraums in Tablettenform eingenommen werden müssen, sind hoch effektiv. Es handelt sich dabei um Wirkstoffe, die direkt in den Vermehrungszyklus der Hepatitis C-Erreger eingreifen: Sie hemmen die HCV-Polymerase, die HCV-Protease oder den Replikationskomplex (NS5A) der Viren. In der Therapie werden zumeist zwei der unterschiedlichen Wirkstoffe bzw. Wirkmechanismen kombiniert, weil durch die hohe Replikationsrate der Erreger sonst auch die Gefahr einer Resistenzentwicklung hoch wäre.
„Die Heilungsraten liegen bei einer Hepatitis C Virusinfektion mit dem Virusgenotyp 1, welcher zwei Drittel der Erkrankungen in Österreich ausmacht, bei 95 bis an die hundert Prozent. Ähnliche hohe Erfolgsraten gibt es bei Hepatitis C durch die Genotypen 2 und 4. Schwieriger ist die Behandlung – derzeit noch – bei einer chronischen Infektion mit dem Virusgenotyp 3“, sagte der Experte. Von anhaltendem Erfolg wird gesprochen, wenn drei Monate nach der drei Monate lang dauernden Therapie keine Erreger mehr im Blut nachgewiesen werden können.
In Österreich wurden die neuen Behandlungsformen, welche das pegylierte (lang wirksame) Interferon alpha zum Injizieren mit einer Behandlungsdauer von sechs Monaten bis zu einem Jahr plus dem synthetischen Wirkstoff Ribavirin in den meisten Fällen abgelöst haben, relativ schnell angewendet. Allerdings muss vor allem aus Kostengründen die Ersteinstellung in einem Zentrum erfolgen. Die wesentliche Voraussetzung ist das Vorliegen einer chronischen Hepatitis C und eine dokumentierte Vernarbung der Leber (Fibrose), wobei der Status in vier Stadien eingeteilt wird (0, bzw. I bis IV).
Vor allem aus Kostengründen war die Behandlung anfänglich nur für Patienten im Stadium III und IV (Fibrosestadium IV entspricht einer Leberzirrhose) möglich. „Mittlerweile wurden in Österreich insgesamt ca 2.500 bis 3.000 Patienten behandelt. Dabei haben wir gesehen, dass die Erfolge etwa so gut wie in den klinischen Studien sind. Zum Teil waren das auch Patienten mit sehr fortgeschrittener Erkrankung mit Zirrhose oder nach Lebertransplantationen“, sagte Hofer.
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