Welt-Hepatitis-Tag 2 - Alte Therapie verursachte oft Nebenwirkungen
Wien (APA) - Auch die ehemals verwendete Langzeit-Therapie mit pegyliertem Interferon alpha und Ribavirin war nicht „billig“. Bei zum Teil a...
Wien (APA) - Auch die ehemals verwendete Langzeit-Therapie mit pegyliertem Interferon alpha und Ribavirin war nicht „billig“. Bei zum Teil aber relativ geringen Ausheilungsraten litten die Patienten oft unter belastenden Nebenwirkungen.
Mitentscheidend für den Erfolg der neuen Therapien ist deren sehr gute Verträglichkeit, während das Interferon als Immunbotenstoff, welcher die Abwehr von Virusinfektionen antreiben soll, häufig Influenza-ähnliche Symptome und Erschöpfungszustände auslöste und eine Reihe von weiteren zum Teil sehr unangenehme Nebenwirkungen verursachte (Depressionen, Haarausfall, Blutbildveränderungen, Hautausschläge...)
Dabei ließe sich die Krankheit im Grunde weltweit ausrotten. Dazu müssten zunächst einmal möglichst alle Betroffenen von ihrer Infektion wissen. Und dann müssten möglichst alle Patienten auch behandelt werden. Hepatitis C wird vor allem über Blut übertragen. Dieser Infektionsweg per Infusionen und Blutprodukte (Plasma, Gerinnungsfaktoren etc.) ist seit der Identifizierung des Virus im Jahr 1989 und den dann sehr schnell entwickelten Bluttests und Inaktivierungsmethoden abgeschnitten.
Eine wesentliche Rolle spielen noch intravenös Suchtgift injizierende Drogenkranke dar. In dieser Personengruppe erfolgt die Verbreitung vor allem über die Mehrfachverwendung von Spritzen. Das macht die Etablierung von Einwegspritzen-Tauschprogrammen und die Substitutionstherapie mit oral einnehmbaren und lang wirksamen Opiaten so wichtig – und natürlich auch die Hepatitis-Behandlung der chronisch Infizierten in dieser Personengruppe.
„Insgesamt wäre es natürlich am besten, man könnte auch schon Patienten mit chronischer Hepatitis C ohne Leberfibrose (Stadium 0) oder mit erst beginnender Fibrose (Stadium I) behandeln. Je früher die Therapie erfolgt, desto besser ist es“, sagte der Wiener Hepatologe Harald Hofer.
Auf einen solchen Durchbruch wie bei der Hepatitis C muss man bei der Hepatitis B, die durch Sexualkontakte und durch Blut und Blutprodukte verbreitet wird, noch hoffen. „Mit den derzeit vorhandenen Medikamenten kann man die Viren langfristig unterdrücken, aber in aller Regel nicht beseitigen. Die Patienten müssen die Arzneimittel ständig einnehmen. Dafür gibt es aber seit langem eine Impfung zum Schutz vor einer Hepatitis B-Infektion“, sagte Hofer. Diese Form einer viralen Leberentzündung wird bei Neuinfektion im Erwachsenenalter auch seltener chronisch – im Gegensatz zur Hepatitis C.
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