München - Expertin: Amokläufer wollen Angst und Schrecken verbreiten

München (Bayern) (APA/dpa) - Amokläufer und Terroristen verfolgen mit ihren Attentaten ähnliche Ziele. Das seien etwa der Wunsch nach Medien...

München (Bayern) (APA/dpa) - Amokläufer und Terroristen verfolgen mit ihren Attentaten ähnliche Ziele. Das seien etwa der Wunsch nach Medienaufmerksamkeit oder nach Unsterblichkeit im Internet, erklärte Britta Bannenberg, Expertin für Amokläufe an der Universität Gießen, mit Blick auf den Amoklauf in München.

„Es gibt auch eine gegenseitige Befruchtung der Täter, denn sie sehen ja, dass die Medien reagieren und dass man mit einer solchen Tat Angst und Schrecken verbreiten kann.“ Bei Amokläufen und Terroranschlägen müsse daher nicht die gleiche Ideologie zugrunde liegen - es handle sich vielmehr um einen „öffentlichkeitswirksam inszenierten Tötungsakt“.

Am Freitagabend hatte ein 18-jähriger Schüler vor und im Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen getötet und sich dann selbst erschossen. Zunächst war die Polizei von einer „akuten Terrorlage“ ausgegangen. Dieser Verdacht bestätigte sich nicht - bei der Bluttat handelt es sich den Ermittlern zufolge um einen Amoklauf.