Salzburger Festspiele - „Jedermann“: (Wetter)glückloser Publikumshit
Salzburg/Wien (APA) - Der aktuellen Salzburger „Jedermann“-Inszenierung des Regieduos Julian Crouch und Brian Mertes war wie im Vorjahr zur ...
Salzburg/Wien (APA) - Der aktuellen Salzburger „Jedermann“-Inszenierung des Regieduos Julian Crouch und Brian Mertes war wie im Vorjahr zur Premiere kein Wetterglück beschieden. So musste die Traditionsveranstaltung am Samstagabend wieder ohne den Dom als Kulisse auskommen und stattdessen ins Festspielhaus wandern. Der Wolkenbruch tat dem Zuspruch jedoch keinen Abbruch.
Bei der mittlerweile vierten Saison des bunten Treibens aus Puppen, Musikanten und Prozessionen, das von Fahrrädern bis Baumstämmen nichts auslässt, gab es am Ende stehende Ovationen. Was das Geschehen an Straßentheater-Charakter einbüßt, gewinnt es im Ambiente des Großen Festspielhauses an intimen Momenten.
Hierfür war wieder vornehmlich Cornelius Obonyas anrührende Interpretation der verzweifelnden Titelfigur verantwortlich. Als neue Buhlschaft absolvierte Miriam Fussenegger ein ebenso charmantes wie kantenloses Debüt. Der zweite Neuzugang, der Schweizer David Bennet, verlieh hingegen seinem Mammon eine spannende androgyn-hybride Dimension.
Die 656. Inszenierung des „Jedermann“ hat das Schauspielprogramm der Festspiele 2016 eröffnet, die erst am 28. Juli offizielle Inauguration feiern. Bis zum 28. August ist der Klassiker nun zwölf weitere Male am Domplatz zu sehen - oder auch wieder im Großen Festspielhaus, wenn das Wetter erneut Kapriolen schlägt.
(S E R V I C E - „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal bei den Salzburger Festspielen in der Regie von Julian Crouch und Brian Mertes. Bühne/Maske/Puppen: Julian Crouch, Kostüme: Olivera Gajic, Musikalische Leitung: Martin Lowe. Mit Cornelius Obonya - Jedermann, Miriam Fussenegger - Buhlschaft, Peter Lohmeyer - Tod, Christoph Franken - Teufel, David Bennent - Mammon, Johanna Bantzer - Gute Werke, Hans Peter Hallwachs - Der Glaube, Julia Gschnitzer - Jedermanns Mutter, Sven Dolinski - Jedermanns guter Gesell, Hannes Flaschberger - Dicker Vetter, Stephan Kreiss - Dünner Vetter, Fritz Egger - Ein Schuldknecht, Eva Herzig - Des Schuldknechts Weib, Johannes Silberschneider - Ein armer Nachbar, Sigrid Maria Schnückel - Der Koch, Nikolaus Rucker - Gott. Weitere Aufführungen am 26. und 29. Juli sowie am 3., 6., 9., 13., 16., 19., 21., 24., 27. und 28. August. www.salzburgerfestspiele.at/schauspiel/jedermann-2016)
(A V I S O - Die APA wird morgen, Sonntag, eine ausführliche Kritik zum „Jedermann“ versenden.)
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