Eine Tote und zwei Verletzte bei Machetenangriff in Reutlingen

Reutlingen (APA/AFP/dpa) - Ein Mann mit einer Machete hat in Reutlingen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg am Sonntag eine Frau getöt...

Reutlingen (APA/AFP/dpa) - Ein Mann mit einer Machete hat in Reutlingen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg am Sonntag eine Frau getötet und zwei Menschen verletzt. Die alarmierte Polizei konnte den mutmaßlichen Täter, einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien, überwältigen. Der wegen Gewaltdelikten polizeibekannte Mann sei beim Busbahnhof „in Streit mit einer Frau geraten“ und habe sie mit der Machete getötet.

Danach hatte er noch einen weiteren Mann und eine Frau verletzt. Die durch Notrufe alarmierte Polizei der baden-württembergischen Stadt habe den 21-Jährigen „wenige Minuten später in Tatortnähe“ festnehmen können. Es gebe „keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag“, teilte die Polizei später mit. Zuvor hatte es geheißen, der Mann sei ein Einzeltäter und es bestehe mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Gefahr für die Bevölkerung. Weitere Angaben zum Motiv der Tat konnte die Polizei nicht machen. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl sagte, vom Täter gehe „keine weitere Gefahr“ mehr aus.

Die „Bild“-Zeitung berichtete, dass es sich bei der Toten um eine Reinigungskraft in einem türkischen Restaurant gehandelt habe. Der Sohn des Restaurantinhabers habe Schlimmeres verhindert, indem er mit seinem Auto den auf der Straße tobenden Mann rammte. Der 21-Jährige soll einem Augenzeugen zufolge „völlig von Sinnen“ gewesen sein und sogar ein Polizeiauto mit der Machete verfolgt haben. Gegen den Mann gab es laut Polizei schon mehrere Anzeigen wegen Körperverletzungen.

Die Bluttat im Zentrum der 112.500 Einwohner zählenden Stadt, rund 40 Kilometer von Stuttgart entfernt, löste bei Augenzeugen Panik aus. Es ist die dritte Aufsehen erregende Gewalttat in Deutschland in dieser Woche. Am Montag hatte ein afghanischer Asylbewerber in einem Zug in Würzburg (Bayern) mehrere Fahrgäste mit einer Axt und einem Messer angegriffen, er wurde auf der Flucht von der Polizei getötet. Die Tat reklamierte die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) für sich.

Vor dem Hintergrund der Tat in Würzburg kam es am Freitagabend in der bayerischen Millionenstadt München zu einer Panik, nachdem ein Mann bei einem Einkaufszentrum auf Menschen geschossen hatte. Der Täter war ein in Deutschland geborener 18-jähriger Deutsch-Iraner, der offenbar schon seit längerem einen Amoklauf geplant hatte. Polizeierkenntnissen zufolge handelte er aus Hass auf Ausländer. Experten hatten nach dem Amoklauf in München gewarnt, dass es vermehrt zu Nachahmungstaten kommen könnte.

Der Reutlinger Lokalverband der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) kommentierte die Tat in einem kurze Zeit später wieder gelöschten Tweet folgendermaßen: „Wären wir an der Macht, wäre dies nicht passiert.“ In Österreich reagierte bereits Oppositionsführer Heinz-Christian Strache (FPÖ) auf die Geschehnisse in Reutlingen. „Wann hört dieser Wahnsinn auf? Wieder eine Horrortat!“ schrieb Strache auf Facebook. Der FPÖ-Chef hatte seit Samstag in zahlreichen Facebook-Postings versucht, Zweifel zu nähren an der Darstellung der Polizei, wonach es sich bei der Gewalttat in München um einen Amoklauf ohne islamistischen Hintergrund gehandelt habe.