Hackschnitzel-Heizwerk Söll mit stolzer Umweltbilanz
Seit 15 Jahren läuft das Hackschnitzel-Heizwerk Söll und versorgt 150 Objekte mit Wärme.
Söll –Seit dem Jahr 2001 ist das Hackschnitzel-Heizwerk Söll in Betrieb. Kürzlich wurde im Kreis von Kunden und Experten eine eindrucksvolle Bilanz über 15 Jahre Energieversorgung mit Biomasse gezogen. Fachleute attestieren dem Söller Werk Vorzeigecharakter. Obmann Meinrad Bliem und BM Alois Horngacher (selbst Vorstand in der 23 Mitglieder starken Genossenschaft) hießen die Gäste willkommen, bevor Geschäftsführer Hans Pirchmoser mit interessanten Kennzahlen aufwartete. Mit einem über zehn Kilometer langen Fernwärme-Leitungsnetz bedient man über 150 Objekte, darunter auch Großabnehmer wie das Schulzentrum und alle öffentlichen Gebäude (Anschlussquote über 65 Prozent). Gleichzeitig hat man mit der Hackgut-Trocknung für externe Anlagen ein zweites wirtschaftliches Standbein aufgebaut. 8000 Festmeter Rundholz werden so im Jahr verarbeitet. „Jedes Jahr sparen unsere Söller Kunden damit 1,3 Millionen Liter Heizöl und damit rund 3400 Tonnen Kohlendioxid – das hat sich in den letzten 15 Jahren also auf über 50.000 Tonnen CO2-Einsparung summiert“, berichtete Pirchmoser. Und damit die eindrucksvolle Umwelt-Bilanz auch nicht getrübt wird, sorgen Elektrofilter und Rauchgaswäsche dafür, dass sämtliche Stäube und Schadstoffe ausgefiltert werden.
Dass auch Experten dem Heizwerk umwelttechnischen Vorzeigecharakter bescheinigen, weiß man spätestens, seit die Genossenschaft die „klimaaktiv“-Auszeichnung 2015 erhielt. Für die Betreiber sind aber auch die wirtschaftlichen Aspekte von Bedeutung. Pirchmoser: „Biomasse sichert siebenmal mehr Jobs als das fossile System, dazu kommt die direkte Wertschöpfung.“ Argumente, die auch Sepp Rinnhofer von Energie Tirol vollinhaltlich unterstrich. Sein Blick in die Zukunft fiel düster aus: „Die CO2-Konzentration ist die höchste seit 800.000 Jahren, die Temperatur steigt, und wir quetschen die Welt mit ihren Rohstoffen aus.“ Gegensteuern braucht Zeit, aber Rinnhofer nannte konkrete politische Ziele: „Im Jahr 2050 sollen wir unseren Energieverbrauch um 50 Prozent gesenkt haben. Und zwar ausschließlich mit erneuerbaren Energien.“ Andreas Moser, Koordinator des Tiroler Heizwerke-Verbandes, unterstrich besonders die regionale Wertschöpfung von Bioenergie.
Am 1. Oktober von 13–17 Uhr lädt das Hackschnitzel-Heizwerk Söll zu einem Tag der offenen Tür. (hn)