Filmende Kolumnistin, Zeichnerin und Autorin: Andrea Dusl wird 55

Wien (APA) - In ihren „Falter“-Kolumnen „Fragen Sie Frau Andrea“ beschäftigte sie sich zuletzt mit Themen wie dem Unterschied zwischen „Kaba...

Wien (APA) - In ihren „Falter“-Kolumnen „Fragen Sie Frau Andrea“ beschäftigte sie sich zuletzt mit Themen wie dem Unterschied zwischen „Kabane“ und „Kabine“ oder der Genese der Bundeshymne. Als Comandantina twittert sie zu Politik, Alltag und dem Wetter in der Leopoldstadt. Andrea Maria Dusl ist nicht nur in Wien ein Original. Am 12. August wird die Filmemacherin, Autorin und Zeichnerin 55 Jahre alt.

In einem User-Interview auf derstandard.at bezeichnete sie sich einmal als berufsmäßige „Ausdenkerin“. Und was sich die 1961 in Wien geborene Andrea Maria Dusl, die in einer österreichisch-schwedischen Architektenfamilie aufwuchs, so alles ausdenkt, schlägt sich gleich auf mehreren Ebenen nieder. Nach der Matura studierte sie Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste und verlieh somit in den 1980er Jahren Produktionen an Häusern wie dem Burgtheater, dem Theater an der Wien, dem Theater in der Josefstadt oder der Staatsoper ihre Handschrift.

Zeitgleich begann auch ihre Publikationstätigkeit in heimischen Medien wie „profil“, „News“, „Der Standard“, „Kurier“ oder „Salzburger Nachrichten“. Am bekanntesten ist wohl ihre Kolumne „Fragen Sie Frau Andrea“ im „Falter“, der in den 1990er Jahren die Kolumne „Comandantina Dusilova“ vorausging. Ihre filmische Ader lebte Dusl bisher in Kurzfilmen wie der Serie „Around the World in Eighty Days“ (1988-1990) und „Heavy Burschi“ (2005) sowie in dem mit dem Großen Diagonale-Preis ausgezeichneten Kinofilm „Blue Moon“ (2002) aus. Die Jury bezeichnete das Werk damals als „ein Debüt, das seine spröde Poesie und seinen hintersinnigen Humor auf einer Reise in den fremden Osten entfaltet“.

Während 2003 die gesammelten „Falter“-Kolumnen in Buchform erschienen, wagte sich Dusl 2008 mit dem Roman „Boboville“ an die Öffentlichkeit, zwei Jahre später folgte - ebenfalls in Residenz Verlag erschienen - „Channel“. Bereits zuvor war mit „Die Österreichische Oberfläche“ ein Lexikon heimischer Skurrilitäten erschienen. Im Metroverlag folgte 2012 „Ins Hotel konnte ich ihn nicht mitnehmen. (Kein Roman)“, zuletzt erschien ebendort „So geht Wien! Von Arschkappelmuster bis Zwiebelparlament“.

Neben zahlreichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen ist Dusl seit 2003 Vorstandsmitglied des Verbands Filmregie Österreich und war zwischenzeitlich auch Mitglied in der Auswahlkommission des Österreichischen Filminstituts (2005 bis 2009). 2014 promovierte sie schließlich an der Universität für angewandte Kunst mit der Dissertation „Aufnahme und Auswahl. Strategien fotografischer Praxis“. An der Angewandte wirkt sie auch als Lehrende.

(S E R V I C E - http://comandantina.com)