Kundler Geschichte soll ein Heim bekommen
Jakob Mayer und Christoph Sappl gründeten einen Heimatverein. Sie machen sich auf die Suche nach geschichtsträchtigen Gegenständen.
Kundl –Um die Geschichte ihres Heimatorts Kundl genauer erforschen und dokumentieren zu können, wurde kürzlich der Heimatverein Kundl gegründet. Initiatoren sind Jakob Mayer, welcher seit über 15 Jahren den beliebten „Kundl Seinerzeit“-Kalender gemeinsam mit Hannes Sollerer herausgibt, und Christoph Sappl, seines Zeichens Zeugwart beim Oldtimerverein „Kundler Zomkrostn“ und Vize-Obmann beim Oldtimerverein Radfeld.
„Mit dem Gedanken, geschichtsträchtige Gegenstände zusammenzutragen, habe ich mich schon länger beschäftigt“, erklärt Jakob Mayer. Das Hauptziel des Heimatvereins ist das Sammeln und Bewahren sowie Restaurieren von historischen Kundler Kulturgütern, welche schließlich bei Ausstellungen präsentiert werden sollen. In ferner Zukunft ist auch angedacht, mit den gesammelten Gegenständen eine Art Heimatmuseum oder Wirtschaftsmuseum zu errichten.
Bereits in den ersten Wochen freut sich der Verein über ein aus dem Jahre 1900 stammendes Gemälde der einstigen Brauerei. Früher hing es in einem Gebäude der Firma Sandoz. Es wurde vom bekannten Wiener Maler Hans Skocek gemalt. Dieses wurde dem jungen Verein schließlich von der Sandoz als Schenkung übergeben. Es zeigt eine detaillierte Ansicht vom westlichen Kundler Zentrum, in welchem sich Sandoz sowie die Traditionsgasthäuser Neuwirt und Auerwirt befinden. Auch die Wallfahrtskirche St. Leonhard sowie der Schlossberg und viele weitere Details sind auf dem Gemälde ersichtlich, welches von der Perspektive des westlichen Kirchturmfensters aus angefertigt wurde.
Besonders erwähnenswert ist es, dass dieses Gemälde das einzige erhaltene Original aus Hans Skoceks Zeit in Kundl ist, alle anderen gelten als verschollen. Allerdings bedarf das Bild dringend einer Restauration.
Auch die Mail-Adresse heimatverein@kundl.at wurde bereits eingerichtet, und der Verein hat bei der Gemeinde angesucht, das Kundler Wappen auf seiner Korrespondenz führen zu dürfen, da es für einen historischen Heimatverein am besten passen würde.
Aus den umfassenden Sammlungen der beiden Vereinsgründer sind derzeit rund 20 historische Stücke im Kundler Café „Lo-Ca“, darunter das legendäre Gemälde des Biergottes „Gambrinus“. Es wurde nach einem Holzschnitt von Jost Ammann aus dem Jahre 1566 gemalt und höchstwahrscheinlich kurz nach der Gründung der Brauerei Kundl im Jahre 1658 angefertigt. Jakob Mayer hat es auf einem Dachboden zufällig wiederentdeckt.
Am 12. August findet um 18 Uhr die erste Vollversammlung des Heimatvereins Kundl mit der offiziellen Wahl des Vorstandes im Café „Lo-Ca“ in Kundl statt, wozu alle Interessierten recht herzlich eingeladen sind. Der Verein ist überdies auf der Suche nach weiteren geschichtsträchtigen Gegenständen. (fh)
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