Rückständiges Außerfernbild stößt sauer auf
Reutte, Innsbruck – Dass Landesrätin Christine Baur auf Basis des Tiroler Gleichstellungsberichts ein rückständiges Bild des Bezirks Reutte ...
Reutte, Innsbruck –Dass Landesrätin Christine Baur auf Basis des Tiroler Gleichstellungsberichts ein rückständiges Bild des Bezirks Reutte zeichnet, stößt der Außerfernerin und VP-Frauenlandesleiterin Elisabeth Pfurtscheller sauer auf. „Der Bericht ist ein wichtiges Instrument, um die Lebenssituation der Menschen in den Bezirken statistisch zu erfassen und die Ergebnisse in politische Arbeit einfließen zu lassen. Was mich massiv stört, ist, dass die Landesrätin die Daten und Fakten ausschließlich durch ihre ideologische Brille hindurch betrachtet“, kritisiert Nationalrätin Pfurtscheller.
So sei nicht nachvollziehbar, warum Baur die Tatsache, dass im Bezirk Reutte tirolweit am wenigsten Pflegebedürftige institutionell betreut werden, sondern nach wie vor in den eigenen vier Wänden, als rückständig brandmarkt (die TT berichtete). Pfurtscheller: „Wir wissen aus allen Befragungen, dass Menschen so lange wie möglich im vertrauten Umfeld betreut werden möchten. Warum versucht eine Soziallandesrätin, diese Betreuungsform in ein schlechtes Licht zu rücken? Vielmehr ist es für mich ein klarer Beweis dafür, dass im Außerfern Familienverbände noch funktionieren.“ Und daran, sagt Pfurtscheller, könne sie wahrlich nichts Negatives erkennen. Außerdem fordert sie die Landesrätin dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass in Zukunft pflegende Angehörige endlich besser unterstützt werden.
Dasselbe ideologiegeprägte Bild zeichne Baur auch bei der Kinderbetreuung, kritisiert Pfurtscheller. „Für die Soziallandesrätin bemisst sich der Fortschritt einer Gesellschaft offensichtlich an der Höhe der Betreuungsquote von unter Zweijährigen.“ Baur hatte im TT-Interview erklärt, dass nur 17 Prozent dieser Kinder institutionell betreut würden, was zu einer wenig günstigen Erwerbssituation der Außerferner Frauen führe. Für Pfurtscheller wäre Baur gut beraten zu akzeptieren, dass es auch viele Mütter gebe, denen es wichtig ist, ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst zu betreuen. „Diese Frauen sind weder von vorgestern noch rückständig, sondern haben bewusst diesen Weg gewählt. Ihren ideologischen Zeigefinger, Baur sprach von einem ,Bild der traditionellen Rollenverteilung‘, kann sich Landesrätin Baur getrost sparen.“ (hm)