Neue Ermittlungen gegen Serbien-Montenegros Ex-Präsident

Podgorica (APA) - Der wegen Korruption von Gericht stehende hohe montenegrinische Politiker Svetozar Marovic ist erneut ins Visier der Justi...

Podgorica (APA) - Der wegen Korruption von Gericht stehende hohe montenegrinische Politiker Svetozar Marovic ist erneut ins Visier der Justiz geraten. Wie der staatliche TV-Sender „RTCG“ am Montag berichtete, habe die für Korruptionsbekämpfung zuständige Sonderstaatsanwaltschaft gegen den letzten Präsidenten von Serbien-Montenegro auch Ermittlungen wegen Verdachts auf Bankbestechung eingeleitet.

Demnach wird es untersucht, ob die Angaben eines Zeugen stimmten, wonach Marovic vor Jahren die Geschäftsführung der HSBC-Bank in der Schweiz mit 450.000 Franken (414.670,11 Euro) bestochen habe, damit die Informationen über sein dortiges Geheimkonto nicht nach Montenegro durchsickerten. Das umstrittene Konto bei der HSBC auf den Namen „Milena“ soll Marovic 1998 eröffnet haben. Der Kontostand belief sich laut früheren Medienberichten auf mehrere Millionen Euro. Marovic, der lange als zweitwichtigster Politiker Montenegros nach Premier Milo Djukanovic galt, hatte damals die Berichte energisch bestritten.

Die aktuellen Informationen der Sonderstaatsanwaltschaft stammen von einem Mann, der von Marovic angeblich 800.000 Euro erhalten hatte, um ihm nach seiner Festnahme im vergangenen Dezember eine bessere Behandlung durch die Justiz zu sichern.

Marovic der gesetzwidriger Geschäfte mit Immobilien in seinem Wohnort, der Küstenstadt Budva, angeklagt worden war, hatte sich im Mai als Kopf einer kriminellen Gruppe in mehreren Korruptionsfällen bekannt. Er hatte daraufhin mit der Justiz eine Haftstrafe in der Höhe von viereinhalb Jahren und eine Geldstrafe in der Höhe von 100.000 Euro vereinbart. Vom zuständigen Gericht sollte die Einigung allerdings erst Anfang September bestätigt werden.

Die von Marovic angeführte Gruppe, zu der auch sein Sohn, ein Bruder und einige andere Verwandte und Freunde gehörten, soll der Stadtkasse von Budva einen Schaden in der Höhe von 15 Mio. Euro zugefügt haben.