Tschads Präsident Deby für fünfte Amtszeit vereidigt

N‘Djamena (APA/AFP) - Überschattet von Oppositionsprotesten und dem Tod eines Demonstranten hat im Tschad Präsident Idriss Deby seine fünfte...

N‘Djamena (APA/AFP) - Überschattet von Oppositionsprotesten und dem Tod eines Demonstranten hat im Tschad Präsident Idriss Deby seine fünfte Amtszeit angetreten. Im Beisein zahlreicher afrikanischer Staatsoberhäupter sowie Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian legte Deby am Montag in der Hauptstadt N‘Djamena seinen Amtseid ab. „Ich bin der Präsident aller Tschader“, sagte Deby in seiner Rede.

Der 64-Jährige kündigte zudem einen „unnachgiebigen Kampf“ gegen den Terrorismus an, „überall wo er unsere Interessen und unsere Sicherheit bedroht“. Deby regiert das zentralafrikanische Land, das eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung radikaler Jihadisten auf dem Kontinent spielt, seit 1990. Bei der Wahl im April erhielt er nach amtlichen Angaben mehr als 60 Prozent der Stimmen. Die Opposition vermutet Wahlbetrug und fordert eine Annullierung des Ergebnisses.

Einen Tag vor der Vereidigung Debys hatte die Polizei einen Demonstranten erschossen. Die Beamten hätten am Sonntag in N‘Djamena das Feuer auf Teilnehmer einer Oppositionskundgebung eröffnet, die von den Behörden verboten worden war, hieß es übereinstimmend bei Sicherheitskräften und Opposition. Nach Darstellung der Polizei hatte der Demonstrant eine Flagge von Debys Partei MPS in Brand gesteckt, eher er erschossen wurde.

Oppositionsführer Saleh Kebzabo bestätigte den Tod des Demonstranten. Zugleich äußerte er sich „überrascht und enttäuscht“, dass Frankreich mit Verteidigungsminister Le Drian mit einem hochrangigen Regierungsmitglied bei der Vereidigung Debys vertreten gewesen sei. Die Opposition fordert von der internationalen Gemeinschaft, den „diktatorischen Charakter“ von Debys Herrschaft einzugestehen. Aus Protest gegen die erneute Amtszeit des Staatschefs rief sie für Montag zu einem Generalstreik auf.