Bezirk Kufstein

Ohne Widmung kein Matchball

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Die Zukunft der Wörgler Tennisvereine hängt am seidenen Faden. Eine Weichenstellung wird die Entscheidung der Stadt Wörgl über das Widmungsansuchen für das Bad-Eisenstein-(Badl)-Areal darstellen.

Von Wolfgang Otter

Wörgl –Sie ersuche um Verständnis, aber es ginge um ein schwebendes Verfahren. Wörgls Bürgermeisterin Hedi Wechner (Liste Wechner) umhüllt derzeit die raumordnerische Zukunft des Wörgler Badl-Areals mit dem berühmten Mantel des Schweigens. So viel ist noch zu erfahren: Es gebe intensive Gespräche. „Wir versuchen eine Lösung zu finden, mit der alle leben können“, lässt die Stadtchefin durchblicken.

Bei der Zukunft des 12.000 Quadratmeter großen Wörgler Bad-Eisenstein-Areals, im Volksmund Badl genannt, geht es nicht nur um das Nutzungskonzept, sondern auch um die Zukunft zweier Wörgler Traditions-Sportvereine – dem Tennisclub (TC) Wörgl und der Tennissektion des ESV Wörgl.

Die Bad Eisenstein GmbH will auf dem Areal eine Vielzahl von Nutzungen vornehmen. Das Asylwerberheim ist bereits im ehemaligen Gasthaus eingerichtet, darüberhinaus wäre ein Teehaus, ein Hotel Garni, eine Pension, Tagungs- und Veranstaltungsräume, Kinderbetreuung und acht Pavillons für verschiedenste Nutzung vorgesehen. Zu viele verschiedene Nutzungen, meinte im Herbst des Vorjahres das Land Tirol bei einer Bewertung und lehnte den Entwurf ab. Interessanterweise auch wegen der nur schlechten Verkehrserschließung, obwohl das gesamte Areal (noch) eine Widmung als Hotelgroßbetrieb aufweist.

„Wir haben unser Projekt vorgestellt und warten nun auf die Stellungnahme der Stadt“, sagt Roland Ponholzer von der Bad Eisenstein GmbH. Er signalisiert aber auch Bereitschaft zu Gesprächen, betreffend der Tennisanlagen: „Wir sind für alles offen.“ Letztlich wird aber die raumordnerische Entscheidung über das Badl-Areal auch für die Zukunft der Tennisanlagen mitentscheidend sein, „die beiden sind miteinander verknüpft“, glaubt auch BM Wechner.

Dabei drängt die Zeit: Der TC bespielt derzeit sechs Plätze, wovon vier von der Bad Eisenstein GmbH angepachtet sind. Für diese läuft mit Oktober der Vertrag aus. „Wir hoffen auf eine Verlängerung zumindest für ein Jahr“, sagt TC-Obmann Walter Grimm. Ein Jahr, das man dringend benötigt. Die weiteren Pläne würden vorsehen, zwei Plätze in einer angrenzenden, anzupachtenden Wiese zu errichten und weitere zwei auf der Fläche der Bad Eisenstein GmbH. Sollte es diese Verlängerung nicht geben, „heißt das, wir müssen die Jugendarbeit einstellen“, bedauert Grimm. Denn dann stünden nur noch zwei Plätze und das Clubhaus – sie wurden auf einem Grundstück der Dorfinteressentschaft (Vertrag bis 2030) errichtet – zur Verfügung. Gar keine Plätze hätten die Tennisspieler des ESV.

Der Eisenbahnersportverein hat seine Anlage in Wörgl-Gießen aufgegeben. Wie berichtet, weichen sie der Firma Felbermayr, die dort ein Gebäude errichtet. Zwar hätte man noch für sechs Jahre einen Pachtvertrag besessen, „aber wir hätten dann den ursprünglichen Zustand wieder herstellen müssen. Das hätte uns viel Geld gekostet“, sagt ESV-Sektionsleiter Markus Kükülövari. Daher haben sich die Mitglieder dazu entschieden, die Anlage aufzugeben. Derzeit komme man beim TC Wörgl als Gäste unter.

Auch künftig werden sich die beiden Vereine eine Anlage teilen müssen. Die Signale aus der Kommunalpolitik sind eindeutig, dies sieht auch Sportreferent Vizebürgermeister Hubert Auf­schnaiter (VP) so. Dabei gehen die Vorstellungen jedoch auseinander.

Der ESV-Obmann möchte am liebsten eine neue Anlage auf grüner Wiese gemeinsam mit dem TC bauen, Letzterer will aber lieber am traditionellen Standort festhalten. Für Kükülövari wäre dort aber der ESV immer in einer Gastrolle. Aber TC-Obmann Grimm verweist auf die gewaltigen Kosten für eine neue Anlage, Kükülövari wiederum sieht in der Errichtung der zwei neuen Plätze auf dem angepachteten Feld neben dem Badl-Areal durch die Hanglage die teuerste Lösung. Es gibt also zwischen den beiden Vereinen einiges zu diskutieren. Klar ist auch ihnen, dass sie die neue Anlage gemeinsam angehen müssen. „Wobei ich das Geld nur für ESV-Plätze einsetzen kann“, sagt Kükülövari.

Die Stadt werde bei der Frage der Tennisplätze lediglich eine „Vermittlerrolle“ übernehmen, wie BM Wechner erklärt. Einen Beitrag gebe es nur über die gewöhnliche Vereinssubvention.

Für Sportreferent Hubert Aufschnaiter müsse auf alle Fälle im September-Gemeinderat eine Entscheidung fallen. Immerhin haben ESV und TC zahlreiche erfolgreiche Spieler, es steht also sportlich viel auf dem Spiel.

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