ORF-Wahl: Stiftungsrat begann Sitzung zur Wahl des ORF-Generals
Wien (APA) - Der ORF-Stiftungsrat hat am Dienstag kurz nach 10.00 Uhr mit seiner Sitzung zur Bestellung des neuen ORF-Generaldirektor begonn...
Wien (APA) - Der ORF-Stiftungsrat hat am Dienstag kurz nach 10.00 Uhr mit seiner Sitzung zur Bestellung des neuen ORF-Generaldirektor begonnen. Zur Auswahl stehen der von der SPÖ unterstützte ORF-Chef Alexander Wrabetz sowie der von der ÖVP favorisierte Finanzdirektor Richard Grasl. Das Ergebnis der Wahl wird für den Nachmittag erwartet.
Auf der Tagesordnung der Stiftungsratssitzung stehen zunächst Hearings mit Grasl und Wrabetz, die in alphabetischer Reihenfolge auftreten. Danach folgt je nach Dauer - in der Vergangenheit wurden aussichtsreiche Bewerber oft ein- bis eineinhalb Stunden „gegrillt“ - die Bestellung des Generaldirektors gemäß Paragraf 21 Absatz 1 Ziffer 2 des ORF-Gesetzes. Nach der Wahl werden noch die Zahl der Direktoren und Direktorinnen sowie die Geschäftsverteilung der künftigen ORF-Führung festgelegt. Letzter Tagesordnungspunkt ist die Zustimmung zur Ausschreibung der Funktionen der Direktoren und Landesdirektoren.
Die 35 Mitglieder des obersten ORF-Gremiums wählen den Generaldirektor, der sein Amt am 1. Jänner 2017 antritt, in nicht geheimer Abstimmung. 18 Stimmen sind für eine Mehrheit notwendig. Jeder Stiftungsrat erhält einen Stimmzettel, der einzeln in einer Wahlzelle ausgefüllt und in eine Wahlurne eingeworfen wird. Danach wird das Ergebnis ausgezählt, protokolliert und das Gremium wird über das Wahlverhalten der einzelnen Stiftungsräte informiert. Diese Form der offenen Auszählung gibt es seit 2001. Schwarz-Blau schaffte damals die geheime Wahl ab.
Die Mitglieder des Stiftungsrats werden von Regierung, Parteien, Bundesländern, ORF-Publikumsrat und Betriebsrat beschickt und sind - abgesehen von wenigen Ausnahmen - in parteipolitischen „Freundeskreisen“ organisiert. Wegen der knappen Mehrheitsverhältnisse dürften die Vertreter der Opposition sowie die Unabhängigen den Ausschlag geben. Zuletzt wurden unter Stiftungsräten die Chancen des amtierenden ORF-Chefs etwas höher eingeschätzt. Wrabetz und Grasl - sowie im Hintergrund ihre politischen Unterstützer - warben bis zuletzt bei Stiftungsräten für ihre Konzepte, und beide Bewerber rechneten mit einer Mehrheit.
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