Olympia: Verbot von Protestplakaten in Stadien vorerst aufgehoben

Rio de Janeiro (APA/dpa) - In Brasiliens Olympia-Sportstätten sind politische Protestplakate laut Medienberichten bis auf weiteres doch erla...

Rio de Janeiro (APA/dpa) - In Brasiliens Olympia-Sportstätten sind politische Protestplakate laut Medienberichten bis auf weiteres doch erlaubt. Ein Richter in Rio de Janeiro habe das bestehende Verbot per einstweiliger Verfügung aufgehoben, meldete das Portal „O Globo“ am Montagabend. Das Organisationskomitee darf demnach politische Meinungsäußerungen auf Plakaten oder T-Shirts nicht untersagen.

Auch Zuschauer, die auf diese Weise friedlich demonstrieren, dürfen nicht aus den Sportarenen verbannen werden. Das Verbot war von der örtlichen Bürgerrechte-Behörde angefochten worden.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte angesichts der aufgeheizten Stimmung in Brasilien kürzlich klargestellt, dass es keine politischen Botschaften dulde. In mehreren Sportstätten waren etwa „Fora Temer“-Plakate („Temer raus“) zu sehen gewesen, ein Protest gegen Interimspräsident Michel Temer. Dieser hatte sich als Vizepräsident mit mehreren Oppositionsparteien verbündet, um die notwendigen Mehrheiten für die Amtsenthebung von Staatschefin Dilma Rousseff zu erreichen. Bei der Eröffnungsfeier war Temer lautstark ausgepfiffen worden.