Sommertourismus

Touristen stürmen Strände

Italien, Spanien und Kroatien vermelden Touristen-Rekorde. Tirol startete verhalten, die Zeichen stehen aber nicht schlecht.

Rom, Madrid –Der traditionelle Sommerurlaub in Italien und Spanien ist wieder in. Italiens Tourismus rechnet mit einem Rekordsommer, nach Schätzungen des Hotelverbands Federalberghi wollen 33,3 Millionen italienische Touristen in diesem Sommer Urlaub im eigenen Land machen. Das sind 9,5 % mehr als im Vorjahr. Die unsichere Lage in vielen Urlaubsländern und die Terrorgefahr bescherten ein zusätzliches Plus. „Ich möchte weder zynisch sein noch mich über das Unglück anderer freuen, aber die Terroranschläge im Rest Europas und die weltweite Unsicherheit bringen uns viele Touristen“, sagte Feder­alberghi-Präsident Bernabò Bocca dem Online-Portal ilfoglio.it. Er erwarte „einen fantastischen Sommer“. Zudem reisen wieder mehr Luxustouristen nach Italien – auf Sardinien und Capri seien so viele Jachten zu sehen wie seit langer Zeit nicht mehr. „Wer an die Côte d’Azur ging, ist jetzt in Versilia und Ligurien, wer nach Griechenland und in die Türkei fuhr, ist heute in Apulien und auf Sizilien“, sagte Bocca.

Laut der italienischen Tourismusagentur ENIT seien vor allem die klassischen italienischen Reiseziele gefragt. Der Gardasee, Capri, Ischia, die Amalfiküste, Sizilien und Sardinien seien gut gebucht.

Spanien erlebt heuer ebenfalls einen nie dagewesenen Touristenansturm. Bereits im Juli vermeldete die Statistikbehörde INE für das erste Halbjahr 32,8 Millionen ausländische Besucher – 11,7 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Entsprechend stehen auch auf den Kanarischen Inseln die Zeichen auf Rekord. Für 2016 rechnen die Kanaren mit mehr als 14 Millionen Besuchern.

Die kroatische Tourismusbranche steuert ebenfalls auf ein Rekordjahr zu. Die Raiffeisenbank Austria rechnet mit einem Anstieg der Besucherzahlen und Nächtigungen, die schon im Vorjahr alle Rekorde gebrochen haben.

Auch Tirol hofft, als sicherer Urlaubshafen angesteuert zu werden. Im Mai und Juni bilanzierte der Tourismus mit einem winzigen Nächtigungsplus auf 4,1 Mio. Übernachtungen, die Zahlen für Juli stehen noch aus. Zuletzt allerdings stieg im Tourismus die Zahl der besetzten Jobs, was auf eine gute Saison hindeutet. (TT, dpa)