Britischer Einzelhandel setzte im Juli unerwartet mehr um

London (APA/AFP) - Allen Unkenrufen zum Trotz ist der Umsatz der britischen Einzelhändler nach der Abstimmung für einen Austritt aus der EU ...

London (APA/AFP) - Allen Unkenrufen zum Trotz ist der Umsatz der britischen Einzelhändler nach der Abstimmung für einen Austritt aus der EU gestiegen. Er kletterte leicht um 1,1 Prozent im Vorjahresvergleich, wie der Einzelhandelsverband und die Beratungsfirma KPMG am Dienstag mitteilten.

Eigentlich war ein Minus erwartet worden - das Marktforschungsunternehmen GfK etwa hatte in einer Ende Juli veröffentlichten Umfrage eine stark eingetrübte Kauflaune ermittelt.

Analysten erklärten das Umsatzplus mit dem schönen Wetter und dem günstigen Währungskurs: Die Briten hätten im Juli viele Lebensmittel für Picknicks und Grillpartys eingekauft, für ausländische Besucher wiederum seien teure Waren wie Schmuck und Uhren wegen des niedrigen Pfund günstiger geworden.

Helen Dickson vom Einzelhandelsverband erklärte, die Umsatzsteigerung sei überhaupt nicht überraschend: „Für die Mehrheit der britischen Haushalte hat sich seit dem Referendum nur wenig geändert“, erklärte die Verbandschefin. Die Briten hatten am 23. Juni in einem Referendum dafür gestimmt, dass ihr Land die Europäische Union verlässt. Wann und wie genau dies geschieht, ist weiter offen.