Staugenervte Bürger machen ihrem Ärger Luft
In Fügen-Gagering leiden die Anwohner unter dem Ausweichverkehr von der B169, der entweder durch das Wohngebiet rast oder sich dort staut.
Von Angela Dähling
Fügen –Gestern um 10 Uhr war die Welt im Fügener Ortsteil Gagering ausnahmsweise halbwegs in Ordnung. Der tägliche Stau auf der B169 war noch nicht so immens, dass zahllose genervte Autofahrer auf die Gemeindestraße des Gageringer Wohngebietes ausweichen und auch dort für Stau sorgen. „Oft muss ich minutenlang warten, bis ich von meiner Hauseinfahrt auf die Gemeindestraße komme“, schildert Alexandra Egger, wie sich die Situation normalerweise darstellt. „Das ist ein Wahnsinn. Früher waren es nur die Wintermonate, jetzt staut es sich das ganze Jahr hindurch“, sagt Friedrich Platzer. Auf der einen Seite die B169 und die Zillertalbahn, auf der anderen Seite des Hauses die Gemeindestraße – das bedeutet Lärm und Abgase rund um die Uhr. Zumal die Holztransporte per Lkw bereits ab 4 Uhr Früh für Lärm auf der B169 sorgen würden.
„Auf der Gageringer Straße haben wir eine 30-km/h- und 3,5-Tonnen-Beschränkung. Aber keiner hält sich daran“, ärgert sich Christa Oberdacher und Erich Schweinberger ergänzt: „Die fahren mit Bussen, Lkw und zudem viel zu schnell hier durch, um dem Stau auszuweichen.“ Steffi Platzer erklärt: „Ich traue mich mit meinem Rollator gar nicht mehr auf die Straße zum Einkaufen zu gehen. Einen Fußweg gibt es nicht.“
Kinder könne man nicht mehr auf die Straße lassen, es sei nicht mehr lebenswert, in Gagering zu wohnen, lautet der Tenor unter den Anrainern, die ihrem Ärger Luft machen. Sie alle fordern neben Lärmschutzmaßnahmen auch Verkehrskontrollen, da die 30 km/h nicht eingehalten werden. „Aber da passiert nichts“, meint Oberdacher. Zudem gehöre der Holztransport zurück auf die Schiene. Vor allem aber fordern die Gageringer, dass endlich mit dem Bau der Verkehrslösung in Fügen begonnen wird. „Seit Jahren ist das beschlossen, jetzt muss endlich mal gebaut werden“, meint Anton Platzer. Man habe lange genug schweigend abgewartet. Wenn nicht bald was passiere, müsse man wohl mal aus Protest die Zillertalstraße sperren, schlägt einer der Anrainer vor. Auch einem Bettenstopp können einige was abgewinnen. „Wir leben alle vom Tourismus. Aber das ist eindeutig zu viel“, meint Christa Oberdacher.
Kommentare