Pharmafirma Valeant weitete Verlust aus - Trendwende nicht in Sicht

Quebec (APA/Reuters) - Die wegen ihrer Geschäftspraktiken in die Kritik geratene kanadische Pharmafirma Valeant hat die Trendwende bisher ni...

Quebec (APA/Reuters) - Die wegen ihrer Geschäftspraktiken in die Kritik geratene kanadische Pharmafirma Valeant hat die Trendwende bisher nicht geschafft. Im zweiten Quartal habe sich der Verlust auf rund 302 Mio. Dollar (272,4 Mio. Euro) versechsfacht, teilte das kanadische Unternehmen am Dienstag mit. Der Umsatz fiel um etwa elf Prozent auf 2,42 Mrd. Dollar.

Kunden kauften vor allem die verschreibungspflichtigen Mittel zur Behandlung von Hautkrankheiten deutlich seltener.

Valeant kämpft mit Imageproblemen nach umstrittenen Preisanhebungen für Medikamente, dem verloren gegangenen Vertrauen von Investoren sowie Versäumnissen bei der Erstellung von Bilanzen. Um den Schuldenberg von nunmehr fast 31 Mrd. Dollar abzutragen, verkauft Valeant derzeit Geschäftsbereiche wie etwa Rechte zum Vertrieb von Arzneimitteln. In den kommenden eineinhalb Jahren will der Konzern auf diese Art die Verschuldung um mehr als 5 Mrd. Dollar verringern. Weitere Schritte würden derzeit von Beratern und Bankern geprüft, kündigte der neue Firmenchef Joseph Papa an.

Die Valeant-Aktie legte im frühen US-Handel um rund 13 Prozent zu. Das Papier hat allerdings seit einem Rekordhoch im vergangenen August mehr als 90 Prozent seines Werts verloren. Anleger honorierten, dass der Konzern trotz des höheren Verlusts an seinen Umsatz- und Gewinnzielen für das Gesamtjahr festhielt.