Erdogan kündigt Bau von russisch-türkischer Gas-Pipeline an
St. Petersburg (APA/Reuters) - Die Türkei und Russland wollen im Zuge ihrer Entspannungspolitik nun offenbar doch die Schwarzmeer-Pipeline T...
St. Petersburg (APA/Reuters) - Die Türkei und Russland wollen im Zuge ihrer Entspannungspolitik nun offenbar doch die Schwarzmeer-Pipeline TurkStream bauen. Das Projekt werde zügig umgesetzt, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag bei einem Treffen mit seinem Kollegen Wladimir Putin in St. Petersburg. Beide Länder seien entschlossen, ihre Beziehungen wieder zu normalisieren.
Putin kündigte an, die Sanktionen gegen die Türkei schrittweise aufzuheben.
Nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs nahe der syrischen Grenze durch die Türkei hatten sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern stark verschlechtert. Russland verhängte Handelssanktionen und strich Charterflüge. Das Gasprojekt TurkStream galt als tot.
Nach den ursprünglichen Plänen soll von der südrussischen Stadt Anapa eine Leitung unter dem Schwarzen Meer bis nach Kiyiköy im europäischen Teil der Türkei verlegt werden. Die Pipeline soll eine Kapazität von 63 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr haben. Die Auswirkungen auf Europa sind noch nicht klar. Viele Politiker in der EU fordern schon länger, dass die Union von russischem Gas unabhängiger werden müsse. Wenn künftig über TurkStream Gas nach Europa fließt, würde allerdings sowohl die Abhängigkeit von Russland als auch von der Türkei steigen.