Slowakei erinnerte an deutsches Opfer des Eisernen Vorhangs

Bratislava/Magdeburg (APA/dpa) - 30 Jahre nach seinem grausamen Tod hat der Magdeburger Hartmut Tautz in der slowakischen Hauptstadt Bratisl...

Bratislava/Magdeburg (APA/dpa) - 30 Jahre nach seinem grausamen Tod hat der Magdeburger Hartmut Tautz in der slowakischen Hauptstadt Bratislava ein Denkmal bekommen. Im August 1986 war der damals 18-jährige Ostdeutsche beim Fluchtversuch in den Westen von den Hunden tschechoslowakischer Grenzschützer buchstäblich zerfleischt worden.

Deutsche, slowakische und tschechische Experten für Stasi-Verbrechen forderten bei der Denkmalenthüllung am Dienstag am Stadtrand von Bratislava eine längst fällige juristische Aufarbeitung solcher Morde am Eisernen Vorhang. „Wir können an die Getöteten an der Ost-West-Grenze nicht erinnern, ohne daran zu denken, dass Menschen dafür Verantwortung trugen“, sagte Sachsen-Anhalts Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Birgit Neumann-Becker, bei der Gedenkveranstaltung in Bratislava.

Neumann-Becker erinnerte in ihrer Ansprache daran, dass auch heutzutage wieder Menschen auf der Flucht seien. In der Erinnerung an den furchtbaren Umgang mit Flüchtenden wie Hartmut Tautz dränge sich die Frage auf, wie Schutzsuchende gegenwärtig behandelt werden. „Es darf in Europa heute keine Stacheldrähte mehr geben!“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.