Ölpreise am Dienstag ohne klare Richtung

New York/London (APA/dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag keine klare Richtung gefunden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent ...

New York/London (APA/dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag keine klare Richtung gefunden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Abend 45,32 US-Dollar (40,88 Euro). Das waren um 6 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September stieg dagegen um 9 Cent auf 43,11 Dollar.

Zuletzt zeigte sich die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) bemüht, dem starken Rückgang der Ölpreise im Juli entgegenzuwirken. Allerdings gibt es im Ölkartell weiterhin keine Pläne, die hohe Fördermenge zu drosseln oder eine Obergrenze für die Fördermenge festzulegen.

Spekulationen am Markt, eine Obergrenze könne bei einem OPEC-Treffen im September zur Sprache gebracht werden, halten Experten der Commerzbank nicht für glaubhaft. „Kaum fällt der Ölpreis, wird schon wieder von einigen OPEC-Ländern ähnlich wie im Frühjahr das Thema ‚freiwilliges Einfrieren der Produktion‘ ins Spiel gebracht“, schreibt Experte Eugen Weinberg. „Doch letztendlich dürften die Gespräche nur leeres Gerede und die OPEC bei ihrer Politik der Verteidigung der Marktanteile bleiben.“

OPEC-Vorsitzender Mohammed Al-Sada hatte am Montag ein informelles Treffen des Ölkartells für den 26. bis 28. September in Algerien angekündigt. Seinen Angaben zufolge erwartet die OPEC keinen längerfristigen Rückgang der Ölpreise und rechnet mit einer steigenden Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte.

„Der derzeitige Rückgang der Ölpreise ist nur temporär“, sagte er laut einer am Montag auf der Internetseite der OPEC veröffentlichten Mitteilung. Al-Sada geht demnach davon aus, dass die Nachfrage nach Rohöl im dritten und vierten Quartal zulegen wird.

Als Begründung für die höhere Nachfrage nannte der OPEC-Präsident ein stärkeres Wirtschaftswachstum in Volkswirtschaften mit hohem Ölverbrauch. Mohammed Al-Sada, der gleichzeitig auch Energieminister von Katar ist, rechnet daher im weiteren Verlauf des Jahres wieder mit steigenden Ölpreisen.