Fußball: PSG und dann lange nichts: Ligue 1 droht erneut Fadesse
Paris (APA) - Paris Saint-Germain und dann lange nichts. Was in der vergangenen Saison der Ligue 1 Geltung hatte, droht Frankreichs Fußball-...
Paris (APA) - Paris Saint-Germain und dann lange nichts. Was in der vergangenen Saison der Ligue 1 Geltung hatte, droht Frankreichs Fußball-Oberhaus auch in der neuen Saison: Die nationale Fadesse. Die zuletzt viermal in Folge im Meisterrennen erfolgreichen Hauptstädter werden die Liga wohl auch ohne den abgewanderten Zlatan Ibrahimovic dominieren. Für PSG zählt nur noch der Erfolg in der Champions League.
Einen Vorgeschmack auf die Freitagabend in Bastia mit dem Auswärtsantritt des Meisters startende Saison lieferte die Partie um den französischen Supercup in Klagenfurt. Paris gewann im ersten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Unai Emery gegen Olympique Lyon mit 4:1. Noch nicht mit von der Partie war dabei der jüngste Neuzugang von PSG, der um rund 25 Millionen Euro von Real Madrid geholte Jese Rodriguez.
Der Angreifer war nicht der einzige Transfer des französischen Doublesiegers im Sommer. Der polnische Mittelfeldmann Grzegorz Krychowiak kam wie Emery vom FC Sevilla nach Paris und soll ebenfalls rund 25 Millionen Euro gekostet haben. Außerdem stießen noch der französische Offensivmann Hatem Ben Arfa (ablösefrei von Nizza) und der belgische Verteidiger Thomas Meunier (um 7 Mio. vom FC Brügge) zu PSG. Ein Megatransfer blieb jedoch aus.
31 Punkte betrug der Abstand zwischen Paris und Vizemeister Lyon in der abgelaufenen Saison. Nach 36 Runden standen für PSG 30 Siege, sechs Remis und zwei Niederlagen zu Buche. Trainer Laurent Blanc musste dennoch gehen. Zum Verhängnis wurde dem französischen Ex-Weltmeister, dass in der Königsklasse im Viertelfinale erneut vorzeitig Endstation war. Die Clubbesitzer aus Katar erhoffen sich von Emery nun mehr.
Der 44-jährige Baske holte mit Sevilla immerhin dreimal in Folge den Titel in der Europa League. Der Erfolgsdruck, der auf Emery lastet, ist enorm. Der Taktiker selbst geht damit nach außen hin locker um. „Ich war glücklich in Sevilla, aber ich denke, dass ich mit PSG etwas mehr schaffen kann“, sagte Emery. Seine Ambitionen seien groß: „Der Club ist noch jung. Ich will ihm helfen, weiter zu wachsen.“
Für Zlatan Ibrahimovic kam kein Ersatzmann. Für den zu Manchester United weitergezogenen Schweden steht mit dem zuletzt im Schatten seines Teamkollegen stehenden Edinson Cavani ein anderer Torjäger parat. Unter Emery soll weniger die Brillanz eines einzelnen als die Leistung des gesamten Teams im Vordergrund stehen. So überzeugte Javier Pastore, 2011 als erster Millioneneinkauf der katarischen Besitzer nach Paris geholt, in Klagenfurt vollauf.
Für die Konkurrenz bleibt nur der Kampf um Platz zwei, wobei Lyon diesbezüglich die beste Ausgangslage hat. Dem Serienmeister der 2000er-Jahre könnte jedoch noch Topangreifer Alexandre Lacazette abhandenkommen, der in England hoch im Kurs steht. Lyons Präsident Jean-Michel Aulas ließ indes keine Chance aus, den Meister verbal zu attackieren. Paris „killt den Konkurrenzkampf“, ließ Aulas wissen. „PSG verfolgt eine exzessive Investitionspolitik, die die Wettbewerbsfähigkeit der Ligue 1 vermindert. Zu viel ist zu viel.“
Monaco freute sich über die Rückkehr von Stürmer Radamel Falcao, der in der Premier League zwei enttäuschende Jahre erlebte. Für den Vorjahresdritten steht die Qualifikation für die Champions League im Vordergrund. Weit größere Probleme hat Olympique Marseille. In der Vorsaison nur 13., verließen Kapitän Steve Mandanda und Topstürmer Michy Batshuayi den Verein. Eigentümerin Margarita Louis-Dreyfus sieht sich dem Vernehmen nach nach einem Käufer für den Traditionsclub um.
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