Internationale Pressestimmen zu Donald Trump
Washington/Rom/Amsterdam (APA/dpa) - Die Zeitungen schreiben am Mittwoch über den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trum...
Washington/Rom/Amsterdam (APA/dpa) - Die Zeitungen schreiben am Mittwoch über den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump:
„De Volkskrant“ (Amsterdam):
„Die Sorgen dieser 50 republikanischen Rebellen bestehen zu Recht. Trump hat Äußerungen von sich gegeben, die an den Fundamenten der amerikanischen Außenpolitik nagen. So will er keine Sicherheitsgarantie für die baltischen Staaten - wohlgemerkt NATO-Partner -, womit er das Wesen des westlichen Bündnisses untergräbt. Auch seine Haltung gegenüber Russland ist besorgniserregend. Er deutete an, dass er die Annexion der Krim anerkennen und die Sanktionen gegen Moskau aufheben würde. (...) Doch die größten Sorgen bereitet die leichtsinnige Art, in der Trump über Atomwaffen spricht. ‚Wenn wir diese Dinger haben, warum benutzen wir sie dann nicht?‘, soll er Sicherheitsexperten gefragt haben. Vorher hatte er nicht ausschließen wollen, Atomwaffen gegen die IS-Terrororganisation einzusetzen. Dass nun 50 republikanische Experten in einem öffentlichen Brief ihre Besorgnis über den Mangel an Kenntnissen und an Selbstbeherrschung bei dem Mann äußern, der möglicherweise Zugriff auf die Atomwaffen der USA bekommt, sollte den Amerikanern zu denken geben.“
„Liberation“ (Paris):
„Donald Trump hat viele Schwächen, die wir mehrfach unterstrichen haben, aber man muss eine Stärke anerkennen: Er lässt sich nicht unterkriegen, sein Werdegang zeigt es. Der Mann ist zu allem fähig, und warum (könnte er) nicht auch eine sinkende Popularitätskurve wieder geradebiegen. Es bleiben (bis zur Wahl) noch drei Monate, und drei Monate sind manchmal lang. Geben wir jedoch zu, dass das Platzen der Trump-Blase uns ein wenig erleichtert in diesem Sommer, der gekennzeichnet ist von der Allgegenwart von Maulhelden (wie) Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan.“
„Corriere della Sera“ (Rom):
„Das Kampagnenteam des Milliardärs ist sofort in Deckung gegangen und hat behauptet, dass sich Trump mit seinen Worten auf eine nicht näher bezeichnete Einigkeit (der Waffenlobby) beziehen wollte. Eine ebenso nebulöse Aussage wie die des Kandidaten. Es bleibt eine Tatsache, dass 24 Stunden nach dem Versuch, Glaubwürdigkeit mit der Darstellung seiner wirtschaftlichen Konzepte wiederzuerlangen, Trump wieder unverwischbar als extrem, unberechenbar und unzuverlässig sichtbar wird. Das verschreckt die Konservativen noch mehr als die Demokraten - die den Fall nun ausnutzen: ‚Seht, warum Trump eine Gefahr ist, er stiftet zu Gewalt an.‘“
Kommentare