Innsbruck-Land

Dorfkern erhält neues Gesicht

© Domanig

Betreutes Wohnen, ein Café, ein mobil überdachter Dorfplatz: Das 10,5-Mio.-Euro-Projekt Milser Dorfzentrum begeht die Firstfeier.

Mils –Ein Großvorhaben, das dem Ortskern von Mils wohl auf Jahrzehnte hinaus ein neues Gesicht verleihen wird, begeht heute um 16 Uhr seine Firstfeier: Das Milser Dorfzentrum, an dem seit Mai 2015 gebaut wird, soll bis November fertig gestellt sein.

Im Hauptgebäude finden 30 Einheiten für betreutes Wohnen Platz, dazu eine Bücherei und eine Arztpraxis. Laut BM Peter Hanser sind drei Viertel der Wohnungen schon fix vergeben. Zum Gesamtkomplex zählen auch ein neuer Dorfplatz, ein Café-Restaurant mit 70 Sitzplätzen und Terrasse, ein Pfarrsaal und eine öffentliche Tiefgarage mit 63 Plätzen.

„Grundintention war, Mils ein echtes Zentrum zu geben, so etwas hatte der Ort bisher nicht“, erklärt Hanser. 2014 wurde dafür ein Bürgerbeteiligungsverfahren gestartet, ein Architektenwettbewerb folgte. Als Bauherr tritt die Gemeindebetriebe Mils GmbH auf.

In Abstimmung mit dem Projektausschuss, in dem alle Gemeinderatsfraktionen vertreten sind, wurden zuletzt diverse Adaptionen am Bauvorhaben vorgenommen, berichtet Hanser: So wurde – auf Anregung der Grünen – die Tiefgarageneinfahrt weiter nach Westen verlegt, so dass der alte Platz vor der Volksschule erhalten bleibt. Die Tiefgarage selbst wurde nach Osten verlängert. Vor allem aber erhält der neue Dorfplatz ein mobiles, einklappbares Membrandach: „Damit steht uns von April bis Oktober ein regensicherer Festplatz für Veranstaltungen zur Verfügung“, freut sich Hanser. Durch diese Zusatzeinrichtungen steigen die Projektgesamtkosten von 9,5 auf 10,5 Mio. Euro. „Das ist aber mit allen Fraktionen abgestimmt“, so Hanser. Für das neue Dorfzentrum fließen Wohnbauförderungsmittel von rund 1,7 Mio. Euro und 1 Mio. Euro aus dem Gemeinde­ausgleichsfonds.

Ungewöhnlich ist, dass die Pfarre Mils mit einigen Prozentanteilen als Miteigentümer fungiert: Nach mehrjährigen Verhandlungen mit der Diözese brachte die Gemeinde heuer ein Grundstück östlich des Zentrums, auf dem das mittlerweile abgerissene Mesnerhaus stand, in ihren Besitz. Im Gegenzug erhält die Pfarre zwei Wohnungen im neuen Dorfzentrum, auch der Pfarrsaal gehört ihr – wird aber von der Gemeinde mitgenützt.

„Das ganze Projekt soll eine Art Modell sein, wie man ein Dorfzentrum wieder attraktivieren kann“, hofft Hanser, „ansonsten werden die Zentren ja eher entsiedelt.“ (md)

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