Olympia: Splitter 1 - Triathlet Springer fühlte, wann Schnee kommt

Rio de Janeiro (APA) - Splitter von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro:...

Rio de Janeiro (APA) - Splitter von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro:

Für Triathlet Thomas Springer wird es allmählich ernst, am Wochenende reist er nach Rio an. Dass er es zu den Spielen geschafft hat, ist für den 31-Jährigen eine wichtige Etappe. Denn 2010 hatte er einen Oberschenkelhalsbruch erlitten, drei Jahre lang war er mit Schrauben unterwegs. Das hatte aber auch gewisse Vorteile: „Unglaublich, wie man das spürt. Ich habe immer Schmerzen gehabt. Ich habe gewusst, wann Schnee kommt. Also das, was die Oma sagt.“

* * *

An der Copacabana bekommt man vergängliche Kunstwerke zu sehen. Sandburgenbaumeister Rogean Rodrigues fertig entlang des weltberühmten Stadtstrandes von Rio detailgenaue Nachbildungen von Bauwerken und auch Porträts. Eines seiner neuesten Werke ist das Österreich-Haus im Botofoga umrahmt von Bergen und dem Wiener Riesenrad.

* * *

Sportpsychologe Fritz Weilharter ist bis auf die Segler für alle ÖOC-Sportler in Rio zuständig. Er muss mit Tagesakkreditierungen ins Olympische Dorf, was für ihn nicht optimal ist. „Wenn dramatische Geschichten passieren, müsste ich schnell vor Ort sein. Wenn sich jemand verletzt, ist es immer eine medizinisch-sportpsychologische Kooperation.“ Sein Ratschlag: „Das Wichtigste ist, Olympia gleich zu bewerten wie jeden anderen Wettkampf.“

* * *

Robert Gardos empfahl dem Tischtennis-Weltverband (ITTF) den Turnierkalender vor Olympischen Spielen zu adaptieren. Es fehle die unmittelbare Matchpraxis vor dem Großereignis, wie sie etwa die Beach-Volleyballer haben. „Es schon sehr hart, von Null auf 100 reinzugehen. Weil davor bist du sechs Wochen ohne Turnier“, bezog sich der 36-Jährige darauf, dass das letzte World-Tour-Turnier vor den Spielen Mitte Juni stattgefunden hat.“

* * *

Als erst vierte Schiedsrichterin hat Anne Panther eine Basketball-Partie der Männer bei Olympischen Spielen geleitet. Die 34-Jährige kam am Dienstag (Ortszeit) in Rio im Gruppenspiel zwischen Litauen und Nigeria (89:80) an der Seite des deutschen Referees Robert Lottermoser zum Einsatz und zeigte dabei eine makellose Leistung. „Sie war perfekt in diesem Spiel“, lobte Litauens Flügelspieler Renaldas Seibutis die Schiedsrichterin. „Sie war präzise, hat nicht gezögert.“ Panther war zuvor bereits bei zwei Damen-Partien zum Zug gekommen.

* * *

Willi Lemke, Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für Sport, plädiert für eine Abschaffung des Medaillenspiegels bei Olympischen Spielen. „Warum und wofür wird der geführt? Damit am Ende Länder ihre Macht demonstrieren können“, sagte der frühere Manager des deutschen Fußball-Bundesligisten Werder Bremen der Tageszeitung „Rheinische Post“ (Mittwoch). Für ihn seien „nicht Medaillen wichtig, um ein Land einzustufen, sondern zum Beispiel, wie man in der Gesellschaft mit Menschen mit Beeinträchtigungen umgeht“, meinte der 69-Jährige.

* * *

Im Staat mit der weltweit zweithöchsten Einwohnerzahl hält sich die Olympia-Begeisterung in Grenzen. Indien eroberte bei den Spielen in London 2012 sechs Medaillen - bei der Zahl von über 1,2 Milliarden Indern laut Statistik die schlechteste Erfolgsquote im Pro-Kopf-Vergleich. Für die Spiele in Rio unternahm die Regierung große Anstrengungen, Begeisterung zu schüren. Erfolglos, wie sich bisher herausstellte. Die Bewerbe werden in den großen Fanzonen eher nebenbei verfolgt. Kommunikationsexperte Pritam Sinha erklärt das Desinteresse mit dem Stolz der Inder: „Die Cricket-WM ist das anders. Da wissen wir, dass wir immer jeden schlagen können. Und deshalb lieben wir die Cricket-WM.“