Trauer um Gerhard Tötschinger - Minister Drozda: „Prägender Künstler“
Wien (APA) - Große Trauer herrscht in Österreich angesichts der Nachricht, dass Publikumsliebling Gerhard Tötschinger im Alter von 70 Jahren...
Wien (APA) - Große Trauer herrscht in Österreich angesichts der Nachricht, dass Publikumsliebling Gerhard Tötschinger im Alter von 70 Jahren verstorben ist. „Gerhard Tötschinger war einer der prägenden Künstler der vergangenen Jahrzehnte in Österreichs Kulturlandschaft“, würdigte Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) den Schauspieler und Regisseur.
Er verwies darauf, dass Tötschinger heuer das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen bekommen sollte: „Ich habe mich schon sehr gefreut, ihm diese wichtige Auszeichnung der Republik persönlich überreichen zu dürfen, zu der es leider nicht mehr kam.“
„Gerhard Tötschinger hat sich vor allem durch seine Kreativität, seine Kunstbeflissenheit aber auch durch sein großes Herz und seinen wachen Verstand ausgezeichnet“, so Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) in einer Aussendung. Auch ÖVP-Kultursprecherin Maria Fekter reagierte betroffen. „Er war ein echter Theatermensch, der seine Leidenschaft spürbar und erlebbar gemacht hat“, so Fekter: „Er wird uns fehlen.“
Wien Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) hob in seiner Stellungnahme zu Tötschinger hervor: „Vor allem war er ein beseelter Zuhörer, der allen Menschen mit Herzlichkeit und freundschaftlichem Respekt begegnete. Mittels der Gabe des urteilslosen Zuhörens und Verstehens, konnte Tötschinger seinem weiteren großen Talent, dem des Schreibens, zu der schöpferischen Blüte verhelfen, die heute die Bücherregale vieler Privathaushalte, aber auch den Bestand der Wienbibliothek bereichert.“
Für die FPÖ zollte Kultursprecher Walter Rosenkranz dem Verstorbenen seinen Respekt: „Mit seiner Fernsehsendung ‚Quiz in Rot-Weiß-Rot‘ war Gerhard Tötschinger bei einem breiten Publikum als patriotischer Österreicher bekannt und beliebt. Zeitlebens war er in seinem Wirken auch auf Qualität bedacht“, so Rosenkranz: „Als Schriftsteller stellte Gerhard Tötschinger sein Heimatbewusstsein auch in zahlreichen Büchern unter Beweis.“
Der Seniorenbund zeigte sich „vom plötzlichen Tod unsers Freundes“ ebenfalls betroffen. „Im Seniorenbund werden wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren“, erklärt Bundesvorsitzende Ingrid Korosec (ÖVP). Tötschinger war 2009 als Kandidat des Österreichischen Seniorenbundes vom Publikum in den Publikumsrat des ORF gewählt worden und war zugleich ORF-Stiftungsrat.
Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz verwies auf Tötschingers Moderatorentätigkeit und seine Rolle im Stiftungs- und Publikumsrat: „Er hat sich stets für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Anliegen des Publikums, besonders der älteren Menschen, eingesetzt. Wir verlieren mit Gerhard Tötschinger einen vielseitigen Künstler und eine Persönlichkeit, die die Geschichte des ORF wesentlich mitgeprägt hat.“ Fernsehdirektorin Kathrin Zechner verwies auf die tiefe humanistische Haltung des Verstorbenen: „Für Gerhard Tötschinger gilt im Besonderen: Alles, was ein Mensch hinterlässt, lebt in denen fort, die er beeinflusste und berührte.“
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