Sambia wählt nach einem von Gewalt überschattetem Wahlkampf

Lusaka (APA/dpa) - Sambia wählt am Donnerstag seinen Präsidenten, das Parlament und die kommunalen Vertreter. Bereits im Vorfeld der Wahlen ...

Lusaka (APA/dpa) - Sambia wählt am Donnerstag seinen Präsidenten, das Parlament und die kommunalen Vertreter. Bereits im Vorfeld der Wahlen war es in dem Land im Süden Afrikas zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Anhängern der Opposition gekommen.

Der 59-jährige Präsident Edgar Lungu wurde im Jänner 2015 nach dem Tod seines Vorgängers Michael Sata ins Amt gewählt. Sambia zählt zu den größten Kupferproduzenten der Welt. Eine wirtschaftliche Krise hat jedoch das Vertrauen der Wähler in die Regierungspartei, die Patriotische Front (PF), geschädigt. Trotz vergleichsweise hoher wirtschaftlicher Wachstumsraten lebt die Mehrheit der rund 16 Millionen Sambier in bitterer Armut.

„Die Lebenserhaltungskosten sind enorm gestiegen, die Währung hat binnen eineinhalb Jahren zu einem unvorstellbaren Prozentsatz an Wert verloren, es gibt keine Rechtsstaatlichkeit mehr“, sagt der Analyst und Professor für Politikwissenschaften an der Universität von Sambia, Alex Ng‘oma.

Beobachter räumen der größten Oppositionspartei, die Vereinigte Partei für Nationale Entwicklung (UPND) unter der Führung von Hakainde Hichilema, gute Chancen bei den Wahlen ein. Sollte die PF gewinnen, werde die Opposition das Ergebnis nicht akzeptieren. Gleichzeitig hatte Präsident Lungu mehrfach erwähnt, bei Anfechtung der Wahlergebnisse das Militär einzusetzen.

Bei Wahlkampfveranstaltungen hatte die Polizei zuvor mit Gewalt durchgegriffen. Zwei Anhänger der Opposition wurden dabei von Polizeibeamten erschossen. Zuletzt wurde am Montag ein Wahlkampffahrzeug der UPND von Regierungsanhängern angegriffen. Ein Mitglied der Opposition wurde zusammengeschlagen und erlag örtlichen Medienberichten zufolge seinen Verletzungen.

Beobachter befürchten, dass es bei einem Sieg der Regierungspartei zu Ausschreitungen kommen könnte. „Es wird Chaos geben. Wir werden nicht erlauben, dass sie unsere Stimmen stehlen“, sagte ein Berater der Opposition, Douglas Syakalima, im Vorfeld der Wahl.

Rund 6,7 Millionen Wähler sind am Donnerstag von 06.00 Uhr bis 18.00 Uhr (MESZ) zur Stimmenabgabe in einem der über 8.000 Wahllokale aufgerufen. Die Europäische Union entsandte rund 120 Beobachter aus allen 28 EU-Staaten zur Wahl, die in einem „heiklen Umfeld“ stattfinde, wie die Vorsitzende der Mission, Cecile Kyenge, sagte. Erste Ergebnisse soll es Kyenge zufolge am Samstag geben.