Bis Juni ein Zehntel mehr Immo-Deals - Steuerreform-Vorzieheffekt
Wien (APA) - Die Zahl der Immobilien-Transaktionen ist in Österreich heuer im ersten Halbjahr um gut ein Zehntel auf fast 60.000 geklettert....
Wien (APA) - Die Zahl der Immobilien-Transaktionen ist in Österreich heuer im ersten Halbjahr um gut ein Zehntel auf fast 60.000 geklettert. Burgenland, Vorarlberg und Tirol wiesen die stärksten Zuwächse auf, geht aus Grundbuch-Auswertungen durch den Maklerverbund RE/MAX hervor. Das Immobilien-Handelsvolumen kletterte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um über 2 Mrd. auf 13 Mrd. Euro.
Die Zahl der verbücherten Immo-Transaktionen wuchs heuer bis Juni um 10,1 Prozent oder 5.456 auf 59.452. Einen Grund für den starken Anstieg sehen die Experten in Verkäufen, die wegen der Steuerreform auf 2015 vorgezogen wurden, aber erst heuer im ersten Quartal im Grundbuch landeten. Auch das niedrige Zinsniveau werde - neben dem aktuell guten Angebot und der großen Nachfrage - dazu beitragen, dass das bisherige Rekordjahr 2015 heuer vermutlich sogar noch getoppt werden könne, meinte RE/MAX am Mittwoch in einer Aussendung.
Vorarlberg, Tirol und Burgenland wiesen mit plus 16 Prozent den stärksten Anstieg an Verbücherungen von Häusern, Wohnungen und Grundstücken auf, Oberösterreich war mit einem Plus von 4,6 Prozent Schlusslicht, die anderen Bundesländer wiesen Zuwächse zwischen 9 und 11 Prozent auf. Ein schwaches Drittel der Immoverkaufswerte - vier Mrd. Euro oder 31 Prozent - entfiel auf Wien, bundesweit wuchs das Handelsvolumen um 2,2 Mrd. auf 13,1 Mrd. Euro.
Die stärksten Steigerungen nach Objekttypen gab es bei Grundstücken, hier kletterte die Zahl der Deals um 10,6 Prozent auf 14.477. Das Transaktionsvolumen bei Grundstücken lag bei 1,7 Mrd. Euro, ein Plus von fast 29 Prozent.
Bei Wohnungen, dem häufigsten und wichtigsten Immobilientyp in Österreich, lag die Entwicklung zwar unter dem Gesamtdurchschnitt, es wechselten aber 23.319 Wohneinheiten (+8,4 Prozent) die Eigentümer, und die Kaufpreissumme lag mit 4,6 Mrd. Euro um 10,9 Prozent höher.
Ferner wurden heuer bis Juni 6.195 „sonstige Gebäude“ verbüchert, um 2,4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2015 - der Verkaufswert daraus stieg aber um 9,2 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro. In diese Kategorie fallen Gebäude, die keine Einfamilien-, Mehrfamilien-, Reihen- oder Zinshäuser sind. Zinshäuser wechselten im Halbjahr für rund eine halbe Milliarde Euro den Eigentümer.
In Wien registrierte RE/MAX im Halbjahr 9.593 Immo-Verbücherungen, die den Käufern 4,1 Mrd. Euro wert waren. Die Steigerungen lagen bei 9,6 Prozent nach der Objektzahl und bei 33,6 Prozent gemessen am Wert. Die höchste Dynamik gab es bei Stückzahl und Wert der Deals im 3. Bezirk (Landstraße). Die Top-6 der nationalen Immo-Hitparade fanden sich in Wien, u.a. schlug ein Hotel an Vorderer Zollamtstraße/Landstraßer Hauptstraße mit 169 Mio. Euro zu Buche.
In NÖ, dem größten Bundesland, wechselten 12.405 Immobilien (+9,0 Prozent) mit 1,8 Mrd. Euro (+9,6 Prozent) Transaktionsvolumen die Besitzer, davon allein 1.243 Deals in Wien-Umgebung und weitere je rund 1.000 in Baden und Gänserndorf. In der Steiermark gab es 8.663 Verbücherungen (+10,0 Prozent) für 1,3 Mrd. Euro (+12,5 Prozent), in OÖ 8.330 (+5 Prozent) für 1,6 Mrd. Euro (+22,0 Prozent), in Salzburg 4.014 (+10,6 Prozent) für 1,1 Mrd. Euro (+16,7 Prozent), in Tirol 5.698 (+15,7 Prozent) für 1,5 Mrd. Euro (+21,0 Prozent), in Kärnten 4.060 (+9,6 Prozent) für 620 Mio. Euro (+6,3 Prozent), in Vorarlberg 3.243 (+16,1 Prozent) für 810 Mio. Euro (+22,0 Prozent) und im Burgenland 3.446 (+16,2 Prozent) für 230 Mio. Euro (+11,7 Prozent).
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