Gesellschaft

Österreicher fordern mehr Vorsorge gegen Terror

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Die Angst vor Anschlägen und Radikalisierung steht auf der Liste der Sorgen ganz oben. Das Sicherheitsgefühl im Land sinkt.

Wien –Österreich hat bisher keine Terrorattacken erleben müssen. Dennoch geben in einer Studie des Wiener Instituts Research Affair, die der TT vorliegt, fast 90 Prozent der Befragten an, dass sie sich viel unsicherer (35 Prozent) oder etwas unsicherer (54 Prozent) fühlen als noch vor zwei Jahren. „Die Österreicherinnen und Österreicher sind verunsichert, obwohl unser Land bis dato glücklicherweise von Anschlägen dieser Art verschont blieb“, fasst Sabine Beinschab von Research Affairs die Ergebnisse zusammen. Von der Regierung wünschen sich die 500 Befragten mehr Vorsorge gegen Terror. Nur 30 Prozent glauben, dass die Regierung alles in ihrer Macht Stehende tut. 57 Prozent hingegen fordern mehr Maßnahmen.

Research Affairs hat erhoben, in welchen Bereichen sich die Menschen Sorgen um die Zukunft machen. Ganz oben steht die Angst vor Terroranschlägen in Europa (88 Prozent, siehe Grafik), gefolgt von der Radikalisierung durch Glaubensfanatiker. Hohe Werte jenseits der 70 Prozent Zustimmung gibt es in der Umfrage auch für die Angst vor einem weiteren Flüchtlingsstrom sowie vor Terror in Österreich.

Naturkatastrophen, die Angst um den Arbeitsplatz oder die Sorge um die eigene Gesundheit fallen im Vergleich zu den Sicherheitsthemen weniger ins Gewicht.

Auffällig ist, dass sich Männer sicherer fühlen als Frauen. Während sich 54 Prozent der Männer eher sicher oder sehr sicher fühlen, gilt das nur für 47 Prozent der Frauen.

Research Affairs hat auch abgefragt, was getan werden müsste, damit sich die Menschen sicherer fühlen. 57 Prozent der Befragten nannten die „Eindämmung des Flüchtlingsstroms“ – obwohl die Zahl der Schutzsuchenden an den Grenzen im Vergleich zum Herbst des Vorjahres stark gesunken ist.

55 Prozent gaben an, die Polizei solle mehr Präsenz zeigen. 46 Prozent erhoffen sich von der generellen Wiedereinführung von Kontrollen an allen Grenzen ein Plus an Sicherheit. 37 Prozent setzen auf mehr Überwachung auf öffentlichen Plätzen, etwa durch Videokameras.

„Vor allem Frauen würden sich mehr Polizeipräsenz, sowohl auf öffentlichen Plätzen als auch in ruhigen Gegenden wünschen, um Vorfälle, wie jenen zu Silvester vor dem Kölner Dom, zu verhindern und das allgemeine Sicherheitsgefühl zu stärken“, sagt Beinschab. Sicherheit sei ein Grundbedürfnis, der Auftrag an die Politik sei daher klar: Es brauche mehr Maßnahmen – und bereits gesetzte Maßnahmen müssten besser kommuniziert werden. (sabl)