Westen besorgt über Eskalation an libyschem Ölterminal
Washington/Berlin (APA/Reuters) - Führende westliche Staaten haben vor einer neuen Eskalation in Libyen gewarnt. In einer gemeinsamen Erklär...
Washington/Berlin (APA/Reuters) - Führende westliche Staaten haben vor einer neuen Eskalation in Libyen gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung zeigten sich die Regierungen der USA, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens Spaniens und Italiens besorgt über wachsende Spannungen an dem Ölhafen Zueitina in Ost-Libyen.
Sie bekräftigten ihre Unterstützung für die von der UNO anerkannte Regierung und warnten davor, dass der Konflikt die libyschen Ölexporte und damit die Stabilisierung des Landes gefährden könnte. Hintergrund ist, dass sich die bekämpfenden Milizen in den vergangenen Jahren jeweils eigene Zugriffe auf Ölvorkommen in dem Land gesichert hatten. Die Produktion war infolge des Bürgerkrieges aber auf ein Bruchteil der einstigen 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag gefallen. In einer Resolution hatte der UN-Sicherheitsrat gefordert, die Einnahmen der staatlichen libyschen Regierung zu unterstellen.
Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi vor rund fünf Jahren versinkt Libyen wegen der Kämpfe zwischen zahlreichen Milizen im Chaos. Der Westen hofft, dass die von den Vereinten Nationen unterstützte Einheitsregierung die zersplitterten Gruppierungen einen kann und dass diese gemeinsam gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat vorgehen, die ihre Hochburg in der Hafenstadt Sirte hat. In Ost-Libyen gibt es zudem immer noch eine konkurrierende Regierung, die von einigen Milizen wie der Libyschen Nationalarmee (LNA) unterstützt wird. Die LNA hat nun gedroht, Tanker anzugreifen, die aus Zueitina starten um Öl zu exportieren.