Premier League

In Englands Fußball spielt Geld keine Rolle mehr

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Das Geld liegt nicht auf der Straße, sondern bei den Klubs der englischen Premier League – die ist dank TV-Vertrag reich an Topstars und Favoriten.

Innsbruck –Als Manchester United mit dem legendären 2:1-Sieg über den FC Bayern im Champions-League-Finale 1999 den Triple-Gewinn fixierte, war man als bekennender Fan der Red Devils mit der Welt noch im Reinen. Typen wie Gary Neville, David Beckham, Nicky Butt, Andy Cole oder Ryan Giggs standen für ein englisches bzw. britisches Herz, das freilich auch schon zum damaligen Zeitpunkt mit starken Legionären (Goalie Peter Schmeichel/DEN oder Abwehrchef Jaap Stam/NED) Unterstützung erhielt.

Sozialromantiker haben bei einem Blick auf die Premier League 17 Jahre später nichts mehr zu melden. Es geht ums Geschäft, um ein verdammt gutes, das ein Milliarden-Fernsehvertrag (2,3 pro Saison) selbst „kleineren“ Klubs garantiert. West Ham United, in der vergangenen Saison Liga-Siebter, realisierte mit Andre Ayew einen Transfer, der Clubrekord bedeutet hat: Der ghanaische Teamstürmer kam für gut 24 Millionen Euro von Swansea.

Das sind aber vergleichsweise Peanuts, wenn man an die Ausgaben von Manchester United denkt: Paul Pogba kam für 105 Millionen von Juventus zurück, Dortmund-Stratege Henrikh Mkhitaryan wurde für 42 Mio. von Dortmund verpflichtet. Und das Wochengehalt von Superstar Zlatan Ibrahimovic, der sich Gott zuweilen näher fühlt als der Erde, lässt man sich gut 250.000 Euro kosten. Es streift ja allein schon ÖFB-Legionär Marko Arnautovic für seine Vertragsverlängerung bei Stoke City 95.000 Euro in sieben Tagen ein. Kein Wunder, dass dort, wo Milch und Honig fließen, jeder von einer Wohlfühloase spricht.

Sorgen finanzieller Natur muss man sich auch um die weiteren ÖFB-Legionäre (Christian Fuchs/Leicester, Kevin Wimmer/Tottenham und Sebastian Prödl/Watford) in Zukunft keine machen. Die Premier Legaue hat in Sachen Transfers (knapp eine Milliarde wurde in diesem Sommer in neue Spieler investiert) und Gehälter jeden Rahmen gesprengt.

Das Einkaufsprogramm konnte auch Bayerns Ex-Trainer Pep Guardiola beim Scheich-Klub Manchester City nach Herzenslust diktieren. Da werden locker 55 Millionen in einen Verteidiger wie John Stones (Everton) investiert, lockt man aus der deutschen Bundesliga einen Leroy Sane (50 Mio. an Schalke) oder Ilkay Gündogan (27 Mio. an Dortmund) heran. Und natürlich sind alle nur wegen dem super Trainer gekommen ...

Auf der „Insel der Seligen“ entspringt für Titelverteidiger Leicester City womöglich schon mit einem soliden Mittelfeldplatz ein neuer Fluss. In der Pflicht stehen freilich die beiden Manchester-Klubs mit dem Duell der Erzrivalen Jose Mourinho (United) und Guardiola (City). Die Liste der weiteren üblichen Verdächtigen wird durch den FC Chelsea mit Cheftaktiker Antonio Conte oder Arsenal um Jahrzehnte-Trainer Arsene Wenger ergänzt. An der Anfield Road des FC Liverpool soll das legendäre „You’ll never walk alone“ auch an vorderer Front ertönen. Die teuerste Liga Europas garantiert so oder so Klasse und „Wahnsinn“. (lex)