Ehefrau in Wien-Leopoldstadt stranguliert 2 - „Ich danke Euch“

Wien (APA) - „Liebe Geschworene, ich danke Euch, dass Ihr mir eine zweite Chance gegeben hat“, reagierte der 35-Jährige mit Tränen der Erlei...

Wien (APA) - „Liebe Geschworene, ich danke Euch, dass Ihr mir eine zweite Chance gegeben hat“, reagierte der 35-Jährige mit Tränen der Erleichterung auf den Wahrspruch. Er werde diese nützen, um sich um seine Kinder zu kümmern, kündigte er an.

Seine Ehefrau, die sich nach außerehelichen Beziehungen von ihm scheiden lassen wollte, soll ihm unmittelbar vor der Bluttat angedeutet haben, dass er möglicherweise gar nicht der Vater seiner drei Töchter ist. Außerdem soll sie ihn als „Esel“ bezeichnet und als Niete im Bett hingestellt haben. Nach Ansicht der Geschworenen nahm der Mann, der seiner Aussage nach seit Monaten von der 35-Jährigen schlecht behandelt und gedemütigt worden war, ihr darauf „aus Wut und Verzweiflung“ das Leben, wie es in der Urteilsbegründung hieß.

Bei einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren erschienen dem Schwurgericht sechs Jahre tat- und schuldangemessen. Mildernd wurden die bisherige Unbescholtenheit des Witwers, ein „gewisser Beitrag zur Wahrheitsfindung“ sowie sein Verhalten nach der Tat gewertet. Als er bemerkte, dass sich das Gesicht seiner Frau blau verfärbte und sie offenkundig keine Lebenszeichen mehr von sich gab, hatte er den Notruf der Rettung kontaktiert und auf Anweisung eines Mitarbeiters Reanimationsmaßnahmen durchgeführt.