FC-Tirol-Legende Tschertschessow neuer russischer Teamchef
Der WM-Gastgeber von 2018 versucht einen Neuanfang: Der frühere FC-Tirol-Tormann und -Trainer Stanislaw Tschertschessow wird neuer Trainer der russischen Fußball-Nationalmannschaft. Der Verband fordert zumindest das Halbfinale bei der Heim-WM 2018
Moskau - Der frühere Tirol-Tormann und -Trainer Stanislaw Tschertschessow ist am Donnerstag als neuer Teamchef der russischen Fußball-Nationalmannschaft vorgestellt worden. Der 52-Jährige soll nach dem misslungen EM-Auftritt der „Sbornaja“ den Neuaufbau leiten. „Minimalziel ist das Halbfinale bei der Heim-WM 2018“, betonte Igor Lebedew vom russischen Fußballverband (RFS) am Donnerstag in Moskau.
„Auf der Vorstandssitzung habe ich gesagt, dass ich immer in Teams mit hohen Erwartungen gespielt habe“, betonte Stanislaw Tschertschessow, dass er mit großem Druck umgehen könne. Gleichzeitig warnte er aber auch vor utopischen Zielen. „Es wäre vermessen, würden wir uns den Gewinn des WM-Titels zum Ziel setzen.“ Vorrangig gehe es nun einmal darum, ein starkes Team für die Heim-WM aufzubauen.
Neben Tschertschessow gab es laut Russlands Sportminister und Fußball-Verbandspräsident Witali Mutko noch drei weitere Kandidaten für den Posten: den ehemaligen Rubin-Kasan-Erfolgscoach Kurban Berdjew, Ex-Teamkapitän und St.-Petersburg-Trainer Sergej Semak und Ex-Teamchef Alexander Borodjuk. „Wir haben mit allen geredet und dann entschieden, dass Tschertschessow die beste Wahl ist“, erklärte Mutko.
Sein Debüt als russischer Teamchef gibt Tschertschessow am 31. August in Antalya beim freundschaftlichen Länderspiel gegen die Türkei. Tschertschessow hatte zuletzt Legia Warschau trainiert und den Club zum nationalen Double aus Meistertitel und Cupsieg geführt. Von 2004 bis 2006 war er Trainer in Innsbruck gewesen. Als Tormann war er mit den Tirolern, für die er von 1996 bis 2002 zwischen den Pfosten gestanden war, dreimal in Serie (2000 bis 2002) Meister geworden. In seiner Heimat hatte der Ossete u.a. Spartak und Dynamo Moskau betreut. (APA/dpa/Reuters)