VKI ohne Sympathie für „Strafzinsen“
Wien/Tegernsee (APA) - Nachdem die Raiffeisenbank Tegernsee (Bayern) ein Tabu bricht und ab September einen „Solidarbeitrag“ genannten „Stra...
Wien/Tegernsee (APA) - Nachdem die Raiffeisenbank Tegernsee (Bayern) ein Tabu bricht und ab September einen „Solidarbeitrag“ genannten „Strafzins“ in Höhe von 0,4 Prozent für private Einlagen über 100.000 Euro verlangt, hofft der Verein für Konsumenteninformation (VKI) für Österreich, dass es hierzulande nicht so weit kommt. Es würden ja beispielsweise bereits Kosten für die Kontenführung verrechnet.
Bisher ist in Österreich jedenfalls noch kein Fall von Strafzinsen bekanntgeworden, sagte Beate Gelbmann, Juristin beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), am Donnerstag im Ö1-“Mittagsjournal“. Man werde die Sache im Auge behalten und gegebenenfalls gerichtlich dagegen vorgehen, würden Strafzinsen eingeführt. Bei Bestandskunden seien solche Gebühren nicht möglich. Auch bei Neuabschlüssen zeigt sich die Konsumentenschützerin kritisch.
Gesetzlich ist in Österreich nur bei Sparbüchern, nicht aber bei Girokonten, ein positiver Zinssatz festgeschrieben. Sicherheitshalber sollten Kunden alle Schreiben der Hausbank genau gelesen und Kontoauszüge regelmäßig gecheckt werden, so Gelbmann. So könnten etwaige Mitteilungen zu neuen Gebühren entdeckt werden, die gültig werden können, wenn man nicht widerspricht. Dass die Raiffeisenbank Tegernsee ihren Strafzins „Solidarbeitrag“ nennt, dafür hat Gelbmann „keine Sympathie“.
~ WEB http://www.konsument.at ~ APA350 2016-08-11/13:36
Kommentare